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Reisebibliothek: „Mayas Tagebuch“ von Isabel Allende

21. April 2016

Meine Bewertung: 4 Sterne

51RYNwYjThL._SX300_BO1,204,203,200_Ich wollte schon immer ein Buch von Isabel Allende lesen – „Das Geisterhaus“ ist wohl der bekannteste Roman von Ihr. Nun war es also soweit. Am Strand von GOA, eingestaubt und versteckt unter vielen anderen holländischen und französischen Büchern lag ein dicker Schmöker, auf deutsch. Und es war „Mayas Tagebuch“ – der aktuellste Roman von Allende, der schon auf meiner Wunschliste stand. Knapp 600 Seiten – ab in die Hängematte und tatsächlich habe ich das Buch nur zum Schlafen und Schwimmen weggelegt. So ein richtiges Buch in der Hand zu haben ist doch nochmal was gaaaanz anderes als ein eBook.

Worum geht es?
Maya ist 19 und wird von ihrer Großmutter, die sie liebevoll Nini nennt, auf ein kleines Eiland im Süden Chiles verfrachtet, nach Chiloé. Hier soll sich Maya von Ihrer Vergangenheit erholen. Sie soll sich, das Leben und die Menschen wieder wert schätzen lernen. Im stetigen Wechsel berichtet Maya über ihre wundervollen Kindheit, die sie bei Ihrer Großmutter und Ihrem zauberhaften Stiefopa „Pop“ in San Francisco verbracht hat, bis zu ihrem tiefen Fall in die Drogenszene von Las Vegas. Dazwischen erfahren wir vom Leben in Chiloé und in Chile – einigen Bräuchen und Traditionen, Charakteristiken der Menschen und natürlich auch von der dunklen Zeit, als es zum Putsch gegen Allende und Pinochet an die Macht kam. Denn es wäre kein Isabel Allende Roman, wenn es nicht auch etwas mit der bewegenden Geschichte Chiles zu tun hätte. Und diese Geschichte ist zudem eng mit Mayas Familie verknüpft.

Der besondere Moment?
Das gab es einige. Ich will mich auf drei beziehen:

  • unglaublich wie berührend Allende die Beziehung zwischen Maya und Ihrem Großvater beschreibt, das ging mitten ins Herz, da flossen dann schon an der einen oder anderen Stelle die Tränen
  • ich finde generell Bücher gut, die mir beim Lesen, so ganz nebenbei Hintergründe vermitteln, z.B. über die Geschichte eines Landes, und das ist hier hier wieder sehr gut gelungen – es ist schon erstaunlich, dass im Prinzip fast jedes Land ein „dunkles Zeitalter“ hat, wo es entweder seine eigene oder eine andere Bevölkerung unterdrückt und vernichtet hat
  • ein toller Einblick und Aha-Erlebnis zum Wesen der Chilenen, auch wenn es sich hier nur um einen kleinen Bevölkerungsausschnitt handelt, z.B. wie Mayas iPod „verschwindet“ und sie lernt dass es durchaus üblich ist, sich ungefragt Dinge „auszuleihen“ und diese dann auch wieder zurückzulegen – ohne das jemals ein Wort darüber verloren wird, um nur ein Beispiel zu nennen….

Würde ich das Buch empfehlen?
Ja, es ist eine perfekte Urlaubslektüre. Leicht zu lesen und es gibt natürlich auch noch was fürs Herz ;-)!

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