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Singapur – WOHOOWW

29. Juli 2016

Die 5 Tage in Singapur lassen sich relativ einfach zusammenfassen: gemütlich, komplett stressfrei und fast ein bißchen wie zu Hause. Ja, Singapur gefällt mir ausgesprochen gut. Ich finde die Architektur beeindruckend und bin staunend und mit dem einen und anderen WOW auf den Lippen durch die Straßen gelaufen. Die Stadt ist nicht zu groß, man kann super alles erlaufen oder ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in wenigen Minuten am Zielort. Daran muss man sich auch erstmal wieder gewöhnen, im Vergleich zu Berlin (oder Manila) ist das ja purer Zeitluxus. Klar, es ist mega sauber – an manchen Ecken fast schon etwas steril. Wenn hier einfach jemand gegen die Hauswand oder in eine Ecke pinkeln würde, der würde das NIE wieder tun, das ist sicher ;-).

Meine Unterkunft liegt in Chinatown, welches so komplett anders ist, als alles was ich bisher gesehen habe. Kein Chaos, keine Hektik, keine Garküchen – Chinatown ist hier so etwas wie Berlins coole Mitte. In den Kolonialbauten sind hippe Cafés, Bars und Restaurants eingezogen. Agenturen und kleine Start ups haben hier ihre Büros, zwischendurch ein Tempel, ein SevenEleven und immer wieder im Hintergrund die Skyscraper der Stadt. Will man für ein paar wenige Dollar  lecker essen, gibt es genug Alternativen in den zahlreichen Markthallen, wo sich ein Stand an den Anderen reiht. Ich habe mich selten so überfordert gefühlt beim Essen bestellen ;-). Etwas fernab der Touristenzentren kann man bereits für 2€ eine yummi Suppe bekommen und ist dann erstmal für die nächsten Stunden satt. Klar kann man auch für 25€ ein doch recht großes Lachs-Avocado Sandwich mit kleinem Beilagensalat, Chips (keine Pommes, wirklich Chips), einem kleinen frischgespressten Apfel-Orange Saft und Latte Macchiatto bekommen oder als Sundowner einen Gin Tonic für 12€.

Ähnlich wie Chinatown ist auch Little Arabia sehr touristisch…man muss schon ganz genau hinschauen und ein paar Straßen und Ecken weitergehen, um das wirkliche Leben und Flair zu erleben. Ansonsten hat man das Gefühl in einem potemkischen Dorf umherzuwandeln. Nichtsdestotrotz, ich bin verliebt in die Straßenzüge, die immer noch Geschichten aus der Kolonialzeit erzählen, die kleinen Cafés, die sich oftmals versteckt in den obersten Etagen befinden und wo kann man schon einen einen Selfie-Café kaufen. Um die Neugier zu befriedigen, der Kaffeebecher (natürlich aus Plastik) wird mit einem Ausdruck des gewünschten Selfies versiegelt. Also nur ein kurzer Spaß, aber immerhin eine gute Idee. Zum zweiten Mal auf dieser langen Reise war ich traurig nicht nach Herzenslust shoppen zu können.

Durch die Straßen zu laufen macht einfach Spaß. Es ist ein Vergnügen die Menschen zu beobachten. Die Frauen sind sehr modebewusst und bei der Länge des Rocks spielt das Alter überhaupt keine Rolle :-).

Neben den alten Kolonialbauten wird die Stadt noch dominiert von moderner Architektur, Einrichtungen der schönen Künste und natürlich Einkaufszentren!!!! Klar, irgendwo muss ja das ganze hart erarbeitete Geld auch hinfließen. Ich habe die Malls mehr oder weniger nur zum Abkühlen aufgesucht und hab einmal den Fehler begangen dort ins Kino zu gehen. Abgesehen davon das der Film, „Star Trek“, furchtbar langweilig und dröge war, hab ich gefroren wie ein Schneiderlein. Und dabei hatte ich sogar eine Strickjacke mit. Mein Schal hat mir halbwegs als Decke gedient, gereicht hat es aber bei weitem nicht. Ich wäre wirklich dankbar, wenn mir mal jemand erklären könnte, warum, vor allem im asiatischen Raum, die Räume immer so krass runtergekühlt werden. Ein paar Sitze neben mir hatte sich die kleine Asiatin clevererweise eine Decke mitgebracht (!).

Singapur von oben ist ein nicht enden wollendes Meer an Gebäuden. Und hier kommt ein wirklicher Geheimtipp. Für nur 5€ geht es auf das Dachgeschoß (50. Stock) des Wohnkomplexes The Pinnacles@Duxton Road. Hat mich zwar ne Ewigkeit und mind. eine komplette Umrundung am Boden gebraucht, um endlich das winzige Hausmeisterbüro zu finden, wo ich Einlass erbeten konnte, dafür war ich dann oben auch (mehr oder weniger) gaaaaanz allein. Auf dem Dach gibt es 4-5 Bereiche mit illustren Namen wie „The Beach“, „The View“ oder „Hang out“ … das einzige Problem: man darf hier weder essen noch trinken oder sonst irgendetwas machen, was Menschen in geselliger Runde nun einmal gern tun.

Tag Zwei verbrachte ich mehr oder weniger „im Bett“… also im übertragenen Sinn ;-). Ich hatte mir wieder mal eine schöne Erkältung eingefangen und im Flieger hat mein Körper dann den Druckausgleich nicht mehr hinbekommen. So kam ich halb taub, mit rotzender Nase, kaum Luft kriegend hier im Hostel an – es hat nur noch der Rollator gefehlt und das Bild wäre komplett gewesen. Da es auch noch den ganzen Tag über nieselte und nicht schön war, ging ich lediglich zum Lunch kurz raus und beschloss dann, es mir mit Kaffee, Kuchen, Chips und reichlich Ingwer-Zitrone Tee, „zu Hause“ gemütlich zu machen. Direkt auf die Couch, Bettdecke drüber und Heimkino an….ne halbe Staffel „The Big Bang Theory“ und ich war halbwegs wieder auf dem Damm.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es am nächsten Tag dann wieder zum Sightseeing, diesmal Richtung Marina BayDas ist dieses unglaubliche Gebäude, welches aussieht, als ob ein Schiff auf die drei Hochhaustürme draufgesetzt wurde. Ein wirklich, wirklich beeindruckender Anblick. Kurz dahinter liegen die Gardens by the Bay. Ein groß angelegter Park mit zwei Tropenhäusern und den Gianttrees. Hier ranken sich um meterhohe Metallgerüste tropische Pflanzen und Blumen. Eine tolle Oase in der Großstadt. Ich nutzte den Luxus, ohne Zeitstress unterwegs zu sein und legte mich auf den Rasen, direkt unter die Gianttrees und genoß den Anblick, ein gutes Buch und das Gefühl des Rasens unter meinen Füßen – auch wenn es ab und zu mal piekste. Was natürlich bei so einer Kulisse nicht fehlen darf ist eine Lichtershow. Und die gab es dann auch in den Gardens by the Bay und rund um die Marina Bay. Da war Staunen vorprogrammiert.

Mein letzter Tag führte mich dann doch noch in die Shoppingmalls. Ich brauche eine neue Zahnbürste, Sonnencreme, Anti-Mückenspray, etc. Als die Zahnbürste $8 kosten sollte, also ca. 5€, habe ich beschlossen, dass sie es noch bis Indonesien tut. (Hier kostet sie im übrigen nur 50 Cent :-)) Als ich eine kurze Verschnaufpause zum Mittag essen einlegte ist mir etwas rührendes passiert. Ich hatte mir eine Suppe mit reichlich Nudeln bestellt und bekam dazu Stäbchen und einen Löffel. Generell schaff ich es ganz gut nicht mit Stäbchen zu verhungern. Heute wollten die schlüpfrigen Scheisserchen partout nicht auf den Stäbchen oder dem Löffel landen. Immer wieder schwappten sie in die Schüssel zurück. Als mir jemand vom Servicepersonal dann eine Gabel, ganz vornehm auf einem Teller, zuschob war ich sehr gerührt von der Aufmerksamkeit. Beide wir beide happy – er freute sich noch eine ganze Weile da er mir geholfen hatte und ich, weil ich endlich was in den Magen bekam ;-).

So entspannt wie die Tage in Singapur waren, so unentspannt wurde es dann die letzten Stunden auf dem Flughafen. Es ist wahnsinnig einfach, bequem und günstig von und zum Flughafen zu gelangen. Ich lag super in der Zeit als ich beim Lion Air Schalter ankam. Vorsorglich hatte ich bereits das Gewicht der Rucksäcke aufgeteilt, da ich nicht wieder vor dem Schalter anfangen wollte mein Hab und Gut aus- und umzupacken. Wie sich herausstellte, war das diesmal jedoch nicht das Problem. Natürlich hatte ich kein Rück- bzw. Weiterflugticket (da ich nicht wieß wie lang ich in Indonesien bleiben werde) und so nahm mich die Airline nicht mit. Die einzige Lösung, ein Ticket direkt beim Schalter kaufen und dann verfallen lassen. Das günstigste Ticket hätte ca. 40€ gekostet – das geht auch günstiger. Dazu brauchte ich nur W-Lan und Glück. Der Mensch am Schalter meinte noch, dass ich in einer Stunde wieder hier sein müsste, dann würde der Check in Schalter schließen. Ich mir einen Gepäckwagen geschnappt, im Dauerlauf zum Flughafen Service Schalter und W-Lan erbeten. Das war sooo langsam, da ging nichts. Jetzt brauchte ich das Glück. Freundlicherweise wurde für mich ein Hotspot eingerichtet, der auch einwandfrei funktionierte. Über die Website www.flyonward.com, kann man für 10$ ein Flugticket „leihen“. Das System ist extra für solche Fälle wie mich gemacht worden, nun gut, mit etwas mehr Vorlaufzeit natürlich. Als ich die Bestellung abgeschickt hatte, hatte ich noch 40 Minuten bis zum Check in. Bestellbestätigung ging ein….dann weitere 10 Minuten nichts. Ich wurde nervös. Schnell noch eine „Wichtig“ Nachricht an den Customer Service versendet…weitere 10 Minuten passierte nichts. Dann eine kurze Antwort vom Customer Service…und 5 Minuten später hatte ich das gewünschte Online Ticket. Von mir aus konnte es losgehen. Als wir dann alle im Flugzeug saßen, hieß es nach 30 Minuten, dass die Klimaanlage kaputt wäre, aber sonst sei alles in Ordnung und wir könnten „gleich losfliegen“. Die ersten wurden unruhig. Lion Air ist eine indonesische Airline und diese sind nicht gerade für ihre Sicherheit bekannt. Im Gegenteil, in Europa stehen fasst alle indonesischen Airlines auf Blacklists. Gut, um eine lange Story kurz zu halten…wir mussten alle das Flugzeug verlassen und flogen mit 5h Verspätung und einer anderen Maschine dann los. Den Part, dass ich fast nicht in die zweite Maschine reingekommen wäre, weil ich zwischendurch mein Bordkarten Schnipselchen verloren hatte…nun gut, ich saß am Ende in der Maschine und freute mich auf ein neues Land und neue Abenteuer. Indonesien, hier bin ich!

Hier gehts zum kompletten Singapur Fotoalbum.

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2 Kommentare

  • Antworten Bee 5. August 2016 at 3:15

    Wieder wunderschöne Bilder und ein toller Bericht. Das eine Bild mit den Lampions kommt mir bekannt vor, warste auch im Bed and Dreams Hostel?
    Freu mich schon auf den nächsten Bericht. Da ich endlich wieder in der WLAN-Zivilisation bin, lass mich nich zu lange warten.

    • Antworten missbontour 5. August 2016 at 3:52

      Nee, ich war im Burrow Hostel @Smith St…aber da die Hostels sich alle mehr oder weniger in Chinatown konzentrieren war das vermutlich gleich ums Eck 🙂

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