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Reisebibliothek: „Wer die Nachtigall stört“ von Harper Lee

6. April 2016

Vor meiner Abreise habe ich fleißig Buchempfehlungen eingesammelt. Über 35 Bücher sind zusammengekommen und alles ist dabei: Wolfgang Herrndorf, Harper Lee, Hermann Hesse,  Tom Wolfe, Leo Tolstoi, Paul Auster, Haruki Murakami u.v.m. Als Beweis, dass die vielen schönen Empfehlungen nicht umsonst waren, gibt es nach jedem gelesenen Buch eine kleine Rezension. Vielleicht ist ja Euer nächster Urlaubsroman dabei. Also, hier kommt die Erste. Viel Spaß!

Harper Lee: Wer die Nachtigall stört!

Meine Wertung: 5 Sterne

Was passiert:
Eine Kleinstadt im Süden der USA, in den 30iger Jahren. Scout Finch, ein Mädchen von 5/6 Jahren, ü51dcooyluhl-_sx302_bo1204203200_bernimmt die Rolle des Erzählers und führt den Leser durch die nächsten 2-3 Jahre ihres Heranwachsens. Zur Familie Finch gehört noch der 2-3 Jahre ältere Bruder Jem und der Vater, Atticus Finch, ein Rechtsanwalt. Im Haushalt der Familie lebt noch das schwarze Hausmädchen Cal – sie ist nicht nur Hausmädchen, sondern auch Mutterersatz für Scout und Jem. Anhand verschiedener Ereignisse im Leben der Kinder wird dem Leser eine schon fast  zu perfekte Familienidylle aufgezeigt. Allerdings ist das in der heutigen Zeit wirklich wohltuend. Das Leben der Familie Finch wird auf sehr berührende, völlig unaufgeregte Weise geschildert – und immer wieder spielt der Vater als der Fels in der Brandung eine wesentliche Rolle. Bei dem zweiten Handlungsstrang des Buches, der erst viel später thematisiert wird, geht es um den Rassismus in den Südstaaten der USA. Sehr subtil und überhaupt nicht thrillerlastig und aufgeregt wie z.B. bei „Der Jury“ wird der Leser Zeuge wie sich der Rassismus in den Köpfen  und Handlungen der Weißen und auch der Schwarzen in alltäglich Situation zeigt – bis zum Showdown im Gerichtssaal…und hier wird es dann doch nochmal (etwas) spannend.

Wer ist meine Lieblingsfigur?
Ganz klar – Atticus Finch, der Weise, der so voller Liebe und mit so viel Respekt seine Kinder erzieht und gleichzeitig für die ganze Stadt, ob sie ihn nun lieben oder hassen ein absolutes Vorbild ist. Er erinnert mich sehr an meinen Großvater! Der ist auch immer gerecht und kann jede (seiner) Handlung(en) logisch und nachvollziehbar erklären – so versteht man die Welt – im Großen und im Kleinen!

Würde ich das Buch weiterempfehlen?
Auf jeden Fall – und nicht nur das, ich würde es auch zur Pflichtlektüre im Unterricht machen. Selten kann man mit einem Buch so viel Menschlichkeit, Respekt und Weisheit vermitteln. Harper Lee hat für dieses Buch übrigens ein Jahr nach dessen erscheinen bereits den Pulitzer-Preis erhalten.

Für wen ist das Buch zu empfehlen?
Eigentlich für jeden! Eventuell braucht man ein paar Seiten um rein zu kommen. Es lag bei mir mehrere Wochen neben dem Bett, bevor ich es dann innerhalb von zwei Tagen verschlungen habe. Das Buch ist Urlaub für die Seele – für alle, die an das Gute im Menschen glauben oder die Ihren Glauben wiederfinden wollen. Also Go for it!

 

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