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Caminito del Rey – Tagesausflug an der Costa del Sol

12. März 2020

Legendär ist er – der Königsweg. Vor seiner Restaurierung galt er als der gefährlichste Weg der Welt. Seit 2015 ist aus dem einstmaligen Klettersteig ein bequemer Wanderweg geworden, der jedes Jahr Tausende von Touristen anzieht. Der Mythos und in Erwartung einer atemberaubenden Naturkulisse reihen wir uns in die Schar der Besucher ein – glücklicherweise ist gerade Vorsaison

Vorbereitung

In jedem Reiseführer und Blog und Bericht wird eine Online-Reservierung, die den Zugang zum Caminito sicherstellt, empfohlen. Ich möchte auf Nummer sicher gehen und prüfe daher die offizielle Webseite des Caminito del Rey.

Zu unserem gewünschten Datum gibt es „nur“ noch Slots mit geführten Touren – da ich keine Alternative habe, buche ich uns widerwillig ein. Im März 2020 lag der Preis für den Eintritt, die Tour und den Shuttlebus bei 20 €/p.P.

Vor Ort erschien es mir, dass durchaus individuelle Zugänge noch möglich gewesen wären. Leider konnte ich das nicht ausreichend hinterfragen, da wir direkt zu unserer Gruppe gedrängt wurden und es auch gleich los ging.

Kleidung und Ausrüstung

Festes Schuhwerk ist immer ratsam und bequeme Kleidung. Vermeiden würde ich Flipflops, Pumps, Maxikleider oder Miniröcke etc. Eine komplette Wanderausrüstung ist aber nicht notwendig. Der Weg ist nicht anstrengend und gut ausgebaut.

Sonnencreme auf keinen Fall vergessen!

Anfahrt/ Startpunkt

Der Caminito del Rey ist kein Rundwanderweg und kann nur von der Nordseite zur Südseite bewandert werden. Den acceso norte findet ihr auf Google Maps, wie auch den Südausgang.

Am Nordeingang befindet sich ein offizieller Parkplatz. Er ist nicht riesig, aber soweit ich es sehen konnte, ist es auch möglich an den Straßenseiten im Park zu parken.

Steht ihr mit dem Rücken zum Parkplatz, wendet Euch nach links. Wenige Meter bergab und auf der rechten Seite ist ein Tunneleingang den ihr durchquert. Danach sind es noch einmal 20 Minuten, bis ihr am offiziellen Eingang bzw. am Startpunkt des Caminito del Rey ankommt.

WICHTIG: Die geführten Touren bzw. Zugänge werden nach Zeitslots vergeben. So scheint es, wenn man sich die Buchungsseite anschaut. Daher plant genügend Zeit im Vorfeld ein und denkt an die 20-30 Minuten, die ihr vom Parkplatz bis zum Eingang zurücklegen müsst.

Caminito del Rey – die Tour

Unsere Tour startet überpünktlich – und nach einer schnellen Einweisung (Helm und Audioguide) ging es auch schon los. Wir waren bestimmt um die 40 Personen – was meine Stimmung direkt auf den Nullpunkt sinken lies.

Momente, die Umgebung und Schönheit der Natur auf sich wirken zu lassen waren dadurch kaum gegeben, weil entweder jemand vor die stehen blieb oder du denjenigen hinter dir aufgehalten hast. Wir haben das ganze dann so gelöst, dass wir uns an das Ende der Truppe haben fallen lassen und mehr oder weniger unser eigenes Tempo gelaufen sind.

Leider war die geführte Tour hinsichtlich vertiefender Informationen nicht sonderlich ergiebig, da der Tourguide schlecht zu verstehen war. Was zum einen an der Technik, zum anderen am relativ schlechten Englisch lag.

Daher meine Empfehlung: versucht eine Tour unbedingt zu vermeiden. Selbst wenn Ihr eine Tour buchen müsst (!), lasst Euch ans Ende fallen oder geht schnelleren Schrittes voran.

Caminito del Rey – der Weg

Jetzt aber zum eigentlich Schönen und den Highlights.

Der Weg ist nur 3 km lang. Die meiste Zeit davon führt er über Holzstege oder in den Fels gehauene Steinwege in etwa 100 m Höhe. Rechts immer steile Felswände und links begleitet von der tiefen Schlucht. Entlang des Weges kann man noch Reste der originalen Klettersteige erkennen.

Ursprünglich wurde der Weg tatsächlich als Transportweg für Baumaterial genutzt – unglaublich wie sich hier Mensch und Tier fortbewegt haben sollen!

Die Felsen sind zu dieser Jahres- und Tageszeit in ein wunderschönes Licht getaucht und der strahlend blaue Himmel tut sein übriges.

Die erste Strecke wird dominiert von engen Schluchten und steilen Felswänden.

Der zweite Teil wird im Tal zurückgelegt. Hier kann man sehr gut die Eisenbahn auf der gegenüberliegenden Seite sehen, den Hubschrauberlandeplatz, der viel später hinzukam und die Überreste der letzten Siedlung. Die komplette Dimension und Größe des Tals wird erst so richtig erkennbar.

Das dritte Stück ist das Spektakulärste. Es geht wieder zurück auf die schmalen Stege entlang der kühlen und Schatten spendenden Felsen. An manchen Stellen dürfen nur wenige Personen gleichzeitig stehen, wie zum Beispiel an der Stelle mit dem Glasboden.

Mein Highlight war Garganta del Chorro, am Ende des Caminito. Die Naturgewalt, an Felsen und Tiefe, ist hier am besten zu erfassen. Und wieder einmal wird mir bewusst, wie klein und unbedeutend der Mensch ist.

Ende und zurückkommen

Wenn ihr die Schlucht verlassen habt, führt ein Weg direkt wieder in die „Zivilisation“. Der Shuttlebus, der euch zurück zum acceso norte oder dem Campingplatz bringt, befindet sich direkt for der Eisenbahnstation El Chorro.

Es gibt noch eine kleine Bushaltestelle davor, an einem Kiosk. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass ihr hier vergeblich auf den Shuttlebus wartet ;-).

Die Fahrt vom Südausgang bis zum Nordeingang dauert noch einmal 30 Minuten.


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Was sind Eure Tipps und Empfehlungen für die Region? Ich war bestimmt nicht zum letzten Mal dort und freue mich immer über persönliche Empfehlungen!

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