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Costa del Sol – Advent in der Sonne? Warum nicht!

18. Dezember 2018

Es ist Mitte Dezember und ich sitze kurzärmelig auf dem Balkon mit einem WAHNSINNS Ausblick auf das Meer, den blauen Himmel und mit etwas Glück auch auf Afrika. Wenn die kleinen Piepmätze in den Palmen und Pinien mal Pause machen, dringt das Geräusch eines Rasenmähers zu mir hoch. Vor 4 Tagen bin ich das erste Mal in Málaga gelandet und ich kann Euch versprechen, es war nicht das letzte Mal!

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Mit den Billigfliegern Ryanair und Easyjet kommt man zwar günstig nach Málaga, allerdings auch nur mit wenig Gepäck. Ca. 3-4x pro Woche fliegen die Airlines, zumindest jetzt im Winter.

Ein Mietwagen ist unerlässlich, wenn man in einem der zahlreichen Strand- oder Bergorte wohnt. Aktuell sind die Preise unfassbar günstig. Für 36€ düse ich mit nem Citroen C3 für 5 Tage durch die Gegend. Achtung allerdings bei der Abholung des Mietwagens – die richtig günstigen Vermieter (OkRentalCars z.B.) versuchen auf Biegen und Brechen weitere Zusatzversicherungen zu verkaufen.

Die gängigen Vermieter wie Sixt, EuropeCar, etc. haben eigene Desks direkt im Flughafen. Zu den NoName Vermietern kommt ihr mit einem Shuttle. Dazu einfach raus aus dem Flughafen, rechts halten, und am Ende vom Tunnel halten die kleinen Busse und bringen Euch zum entsprechenden Vermieter.

Highlights an der Costa del Sol

Leider bin ich nur für einen Kurztrip hier – aber alles was ich bisher gesehen und gemacht habe begeistert mich total und mit Wehmut sehe ich dem morgigen Rückflug ins kalte Deutschland entgegen.

Málaga

Mit dem Mietwagen ist man vom Flughafen aus in 10 Minuten in der quirligen Hauptstadt der Region. Alle Wege führen hier zum Puerto. Als beliebter Anlegepunkt für Kreuzfahrtschiffe liegt bestimmt eine der schwimmenden Städte im Hafen.

Kleiner Tipp: kostenlos parken kann man am Kreuzfahrtterminal. Dazu die Straße, vorbei am Leuchttum, bis zum Ende durchfahren. Von da aus gehts dann zu Fuß weiter – mit einem tollen Blick auf die sich erhebende Stadt, die Berge und natürlich den Stadtstrand.

Nicht erschrecken…hier sieht man die ersten Bettenhochburgen. Entlang der Küstenstraße stehen riesige Wohnanlagen für Touristen und Saisonspanier ;-). Aber die Architektur der Wohnanlagen ist mehrheitlich sehr geschmackvoll und fügt sich mal mehr, mal weniger gut ins Bild der Küstenstraße ein.

Direkt gegenüber vom Kreuzfahrtterminal bzw. links von der Straße mit dem kostenfreien Parkplatz befindet sich hinter dem Parque de Málaga schon die Altstadt. Da heute ein Feiertag ist, sind die Geschäfte geschlossen und die Straßen richtig voll. Wir schlendern durch die autofreien Gassen der Altstadt und bestaunen immer wieder stehenbleibend die tolle, südländische, leicht arabisch angehauchte Architektur der alten Häuser. Zwischendurch stärken wir uns mit Tapas und Tinto de Verano – eine köstliche Abkühlung.

Sooooo warm ist es allerdings heute gar nicht. Ist die Sonne einmal nicht zur Stelle fängt man leicht an zu frösteln und sucht das nächste Sonnenplätzchen um sich wieder aufzuwärmen. Dennoch schaffe ich es nicht, an den verführerischen Heladerías vorbeizugehen. Bevor wir uns an den Aufstieg zum Castillo Gibralfaro machen gibt es noch eine leckere Portion Eis. Obwohl ich ja dachte, dass das in diesem Jahr nichts mehr wird ;-).

Castillo Gibralfaro

Von weitem sind schon die Mauern der imposanten maurischen Burg zu sehen. Über einen steilen Anstieg gelangt man nach oben und erhält für 3,50€ Einlass einen 360°Grad Ausblick auf Hafen, Altstadt, Meer und natürlich die Berge und das Hinterland der Costa del Sol. Die Mauern wurden so gut rekonstruiert, dass ein kompletter Rundgang möglich ist. Das lohnt sich auf jeden Fall. Der Abstieg ist leider ebenso beschwerlich wie der Aufstieg. Rutschfestes Schuhwerk ist auf alle Fälle zu empfehlen.

Übernachtungstipp: Das nächste Mal überlege ich mir, ein oder zwei Nächte im Hotel Parador de Málaga Gibralfaro direkt an den Mauern zu verbringen.

Auf dem Rückweg zum Auto schlendern wir entlang der belebten Kaipromenade, die ziemlich neu ist und wo Kreuzfahrer noch schnell ein paar Souvenirs kaufen oder bei Tapas & Vino den Sonnenuntergang über dem Meer genießen können.

Ab ins Hinterland – Ronda

Am nächsten Tag sieht es erstmal ziemlich diesig aus – das Meer ist von unserem Balkon kaum zu erkennen. Also erstmal ausgiebig gefrühstückt und geschaut, was anstatt Strand so möglich ist. Wir entscheiden uns für einen Ausflug in die Berge, nach Ronda.

Von Malaga ist Ronda gut 100-120km entfernt. Je nachdem ob man direkt durch die Berge, Achtung Mautstraßen (2,90€, cash oder Kreditkarte mgl.), oder ein Stück an der Küste entlang fährt. Wir entscheiden uns für den Küstenweg. Plant ausreichend Zeit ein, denn die Straßen werden kurvig, sehr kurvig ;-).

Puente Nuevo und El Tajo

Ronda liegt auf einem Berggipfel und gleichzeitig an einer tiefen Schlucht, El Tajo. Diese Schlucht teilt die Altstadt mit der Neustadt und verbunden werden beide Stadtteile durch die Puente Nuevo, eine massive Steinbrücke mit herrlichen Aussichten über das Tal und die Berge. Nachdem man staunend die Brücke auf und ab gegangen ist, wahrscheinlich zig Bilder von den Aussichten gemacht hat, sollte man sich trauen und zu mindestens einem der unterhalb der Brücke liegenden Aussichtspunkten laufen. Denn hier ändert sich die Blickrichtung nach oben.

Und wer dann noch Zeit und Lust auf einen ausgiebigen Spaziergang durchs Tal hat, folgt dem Pfad bis ganz nach unten und hält sich dann immer auf dem Weg, die Burg rechts, überquert eine kleine Steinbrücke kurz hinter dem Elektrizitätswerk und hält sich dann immer auf dem Steinweg. Am Ende geht es ein sehr gutes, steiles Stück nach oben, vorbei an einer echten Hacienda. Belohnt wird man die ganze Zeit über mit gigantischen Aussichten ins Tal.

Auf dem Rückweg in die Stadt durchqueren wir den Parque Alameda del Tajo. Gerade geht die Sonne unter und das Licht ist magisch – in Kombination mit den Bäumen, den Parklaternen und den Spaziergängen komme ich mir wieder einmal vor wie in einem Carlos Ruiz Zafón Roman – einfach mystisch.

Die Stierkampfarena aus dem 18. Jahrhundert ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt und soll die Älteste des Landes sein.

Pueblos Blancos – Mijas

Die weißen Dörfer erstrecken sich entlang der Costa del Sol und sind ein weiteres Wahrzeichen der Region. Wir entscheiden uns für Mijas und parken mit unserem kleinen Citroen kostenfrei direkt am Stadteingang auf einem kleinen Parkplatz. Es gibt jedoch auch noch weitere Parkplätze etwas näher zur Stadtmitte und parken kostet nur 1€/ Tag. Keine Ahnung ob das immer so ist, oder ein Saison-Special.

Nachdem man Rathaus und Touristeninformation passiert hat (wieder einmal tolle Aussichtspunkte!), überquert man den großen Platz und verliert sich in den sich anschließenden kleinen und steilen Gassen der Altstadt. Es ist wirklich wunderschön, ehrlich!

Und auch wenn es touristisch ist, es kommt authentisch rüber und vielleicht bin ich auch mittlerweile in einem Alter wo ich mich eher freue, dass die Menschen reisen und dadurch Ihren Horizont erweitern, als das ich genervt bin. Allerdings muss ich wohl auch berücksichtigen, dass Dezember nicht Hochsaison ist, und der Touristenstrom daher eher gering ausfällt 😉

In Mijas befindet sich übrigens die kleinste Stierkampfarena der Gegend.

Am Ende lohnt es sich die touristischen Bereiche Mijas zu verlassen. Unterhalb der Restaurants Oscar, Papillon und Alcazaban befindet sich die Calle Canteras die man sowohl mit dem Auto als auch zu Fuß ablaufen kann. Ein herrlicher Rundweg mit mal wieder tollen Aussichten auf die Küste.

Wandern in der Sierra de Mijas

Von Mijas aus kann man einige Wandertouren, zwischen 1 – 5h, durch die Sierra de Mijas unternehmen. Wir wollten eigentlich nur zu der kleinen weißen Kirche oberhalb Mijas kraxeln und entscheiden uns dann spontan doch der gelben Route zu folgen. Nach 2,5h sind wir die Berge nach oben und wieder nach unten gelaufen (festes Schuhwerk und ein Hut sollte man dabei haben) und haben uns die Tapas redlich verdient. Hier findet Ihr weitere Tipps und Routeninformationen für Eure Wandertouren.

Endlich Strand – Calahonda

Nach drei super schönen, erlebnisreichen und berglastigen Tagen geht es nun zur Erholung an den Strand. Unsere Unterkunft liegt in Calahonda und daher machen wir uns hier auf den Weg das Beachlife zu erkunden. Zum Baden ist es eindeutig zu kalt, aber die Sonne ist noch extrem warm. Also Strandstuhl, Buch und Sonnencreme geschnappt und ab an den Strand.

Es gibt 2-3 Strandbars mit Essen (der Hamburger in Andy’s Beach Bar ist leider nicht zu empfehlen) und Strandliegen, der Strandabschnitt ist relativ schmal und hier befindet sich auch ein FKK-Abschnitt.

So, das war es auch schon, nach gut 5 Tagen Kurzbesuch geht es heute wieder zurück nach Berlin. Aber ich komme wieder, denn es gibt ja noch so viel mehr zu sehen: Marbella, Stadtteil Soho in Málaga, weitere Wandertouren durch die Berge, Gibraltar, der östliche Teil der Costa del Sol, etc.

Wart Ihr schon mal an der Costa del Sol? Was sind Eure Tipps und Empfehlungen?

 

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