Allgemein, Deutschland

Grand Hotel Heiligendamm

30. Juli 2018

Für unseren Jahrestag gönnten wir uns etwas ganz besonderes – 2 Nächte im, spätestens seit dem G8-Gipfel 2007 weltberühmten, Grand Hotel Heiligendamm. Bei diesem Jahrhundertsommer lockten die Aussicht auf das kühle Nass der Ostsee und ein paar beschauliche und luxuriöse Stunden in der exquisiten Nobelunterkunft. Schon seit Wochen freuen wir uns wie Bolle auf dieses Wochenende – und hier kommt nun unser Erfahrungsbericht.

Atmosphäre

Heiligendamm, der Ort,  besteht aus dem Grand Hotel, einer Rehaklinik, sechs alten, in Sanierung befindlichen, Ostseeresidenzen – und unglaublich viel Strand und Meer!

Die Hotelanlage besticht durch ihre berühmten weißen Sommerresidenzfassaden, dem zentral gelegen Kurhaus und direktem Strandzugang.

Der Empfangsbereich verspricht das Beste vom Besten – viel Marmor, barocke Möbel, Gold, Spiegel und ein riesiges Blumenarrangement empfangen den Gast. Man fühlt sich besonders und genießt diesen Hauch von Luxus auch gleich.

Ich bin übrrascht wie groß der Komplex ist – 181 Zimmer und 61 Suiten sind hier untergebracht. Es ist Hochsaison und sehr viel los! Überraschenderweise springen hier viele (für meinen Geschmack zu viele) Kinder herum. Also NO ADULTS ONLY – wer das sucht.

Ansonsten ist die Atmosphäre ungezwungen – vom Hamburger Schnösel, dem jährlich wiederkehrenden Herrn und Frauen Professor, die Pärchen die sich mal was gutes tun wollen und die Zahnarzt- und Anwaltsfamilien, mit mind. 3 -4 Kindern. Das Klischee der gehobenen Klasse wird erfüllt – snobistisch kann ich jedoch nicht unbedingt behaupten. Allerdings: Ausnahmen gibt es immer wieder ;-).

Zimmer

Wir hatten ein Zimmer der Superior-Klasse mit Parkblick…für den stolzen Preis von 630€, gebucht über Secret Escapes. Das Zimmer befand sich im Nebenkomplex – und wir konnten sogar noch ein Stück Meer und die Seebrücke von Heiligendamm sehen.

 

Bemerkens- und erwähnenswert auch noch die Ruhe – man hört so gut wie nichts in den Zimmern und hat das Gefühl vollkommen allein zu sein.

Besonders beeindruckt hat mich das große Bad. Man öffnet eine Flügeltür und sieht erstmal nur die  Wanne, zwei Waschbecken. Hinter zwei Milchglastüren befinden sich die Toilette und Dusche. Der Marmor ist dunkel gesprenkelt :-), das ist sicherlich Geschmackssache. Für mich war die Größe und Ausstattung des Bades wirklich super.

Das Zimmer an sich hatte ein paar barocke Elemente in Form von Stühlen und Schreibtisch und Bettzeug. Ein Balkon fehlte, daher nutzten wir den kleinen Austritt, den wir uns mit allen anderen Zimmer auf der Seite teilten. Von da hatten wir einen schönen Blick nach draußen. Fernseher und Kühlschrank waren dezent im Schrank versteckt.

Verwirrt hat uns die Technikanlage – über ein zentrales Panel werden die verschiedenen Lichtquellen gesteuert. Nachteil, um die Nachtischlampen auszumachen, muss man(n) das kuschelige Bett noch einmal verlasen und im Dunkeln den Weg zurückfinden.

Panels dieser Art wecken den Spieltrieb in mir – und schnell sind ein paar Knöpfe gedrückt. Dummerweise auch derjenige, der dem Personal anzeigt, dass das Zimmer nicht betreten werden soll. Hierfür mache ich die fehlende Einweisung zu Beginn unserer Aufenthaltes verantwortlich und nicht meinen Spieltrieb! So verpassten wir das Gute-Nacht-Ritual sowie beinah den Zimmerservice am nächsten Tag. Nur durch einen Zufall trafen wir eine Servicekraft, die uns dann das System erklärte und freundlicherweise unser Zimmer noch schnell herrichtete.

Der Gute Nacht-Service

Ich hatte davon schon gelesen und ab und zu mal gehört – als wir am zweiten Abend in unser Zimmer kamen wunderte ich mich schon, dass das Licht an war. Allerdings dachte ich da noch, dass meine bessere Hälfte es mal wieder verbaselt hatte ;-).

Dann fanden wir zwei Betthupferl und das Hotelmagazin für den nächsten Tag auf unserem Bett vor. Auf jeder Seite befand sich ein kleines Tuch auf dem Fußboden, für einen sauberen Einstieg ins Bett und unser Bett war ebenfalls abgezogen. Etwas spooky am Anfang, aber schnell wurde klar, dass das zum Gute-Nacht-Service gehört, der in Hotels diese Klasse angeboten wird.

Service

Stichwort Service – oder besser „Da wurden wir wohl von der Hochsaison überrascht!“ – so die Antwort, als wir beim Check out ein paar unserer Erlebnisse schilderten.

Zusammengefasst kann man sagen: Das Servicelevel ist unterirdisch!
Ungeschultes Personal ist leider in der Überzahl und die Aufmerksamkeit, die dem Gast eigentlich gebührt, fehlt oftmals komplett. Für ein Haus dieser gehobenen Kategorie ist das inakzeptabel. Hier mal ein paar Beispiele:

  • Check in bei einem super aufgeregten Azubi (ich hoffe er war noch Azubi, denn dann besteht noch Hoffnung), der dann leider auch die Hälfte an relevanten Informationen vergaß, von einer allgemeinen Einweisung bzw. Rundgang ganz zu schweigen
  • muffeliger Concierge, der gefühlt überhaupt keine Lust hatte unsere Koffer ins Zimmer zu bringen und sie uns dann auch gefühlte 3m vor dem Zimmer abstellte und weg war – auch hier erfolgte keine Einweisung in das Zimmer (vor allem in das oben beschriebene Elektrizitätspanel 😉
  • Personal ist zwar zahlreich vorhanden, jedoch eigentlich in allen Bereich überfordert, weil nicht geschult bzw. kein Fachpersonal: lange Wartezeiten, Bestellungen mussten mehrmals wiederholte werden, entweder kamen sie gar nicht (Strandbar) oder erst nach über 30 Minuten und dann wurde auch noch der falsche Drink serviert
  • Am Strand war man vollkommen auf sich allein gestellt, obwohl es an der Rezeption hieß, das sich jemand dort kümmert. Nachdem wir herausgefunden hatte, dass wir uns an der „Strandbar“ melden müssen, hieß es dort zuerst, es würde keine Körbe mehr in der ersten Reihe geben. Dann funktionierte allerdings das Schloß nicht und ich musste den Schlüssel umtauschen, um dann doch noch einen Strandkorn in erster Reihe zu bekommen?!
    Leider war der schon „ausgeräubert“, d.h. es fehlte die obligatorische Liege, inkl. Auflage dazu. Auf Rückfrage hieß es nur, dass man das nicht kontrollieren könnte und so wäre es dann halt.
  • Bevorzugung bestimmter Gäste. Ich beobachte wie Gäste bei der Vergabe der Tische bevorzugt wurden und uns, ohne auch nur einmal zu fragen, ein Stuhl vom Tisch sprichwörtlich „weggerissen“ wurde, um diesen an den Tisch besagter Gäste zu stellen

Essen & Trinken

Vom Hotel haben wir lediglich das Frühstücksbuffet und Drinks in der Nelson Bar ausprobiert. Das Gourmetrestaurant Franz Friedrich, die Nelson Bar zur Dinnerzeit und die Sushi-Lounge waren bereits jedesmal ausgebucht. Hier wäre ein Hinweis willkommen gewesen frühzeitig einen Platz zu buchen. Aber wir hatten Glück und an beiden Abenden wundervolle Alternativen in der unmittelbaren Umgebung gefunden. Die Erfahrungsberichte zum Kosi und der Deck Beachbar lest ihr hier.

Frühstückbuffet

Reichhaltig und es ist alles dabei: Sekt, drei Säfte, auch frisch gepresst möglich, Wurst und Käse, Fisch, Eierspeisen, auch hier ist es möglich diese Frisch zubereitet zu erhalten, Müsli und Obst, Kaffeespezialitäten, viele verschiedene Brot- und Brötchensorten sowie PanCakes, Waffeln und Eierspeisen oder süße Teilchen vom Buffett. Gegen einen Aufpreis von 11€ (!) ist es möglich exotischere frisch gepresste Säfte zu bekommen.

An diesem Wochenende war es schwierig direkt einen Platz auf der Terrasse zu bekommen, weil einfach zu wenig Platz ist. Generell dauert es aber nur wenige Minuten bis ein Tisch frei wird.

Qualität der Speisen ist in Ordnung – ein gelungener und reichhaltiger Start in den Tag!

Nelson Bar

Am Abend war die Bar gut gefüllt, aber nicht proppevoll. Dennoch war es nicht möglich einen zufriedenstellenden Service zu bekommen. Mehrmaliges Fragen nach einer Decke und Aschenbecher. Diesen holte ich mir dann selber, wie auch das Windlicht, da wir irgendwann im Dunkeln saßen.

Unsere Bestellung wurde erst aufgenommen, nachdem ich zum wiederholten Mal nachgefragt hatte. Mehrmals musste ich der Kellnerin meine Bestellung wiederholen, am Ende sollte ich sie Ihr in der Karte zeigen (Singapore Sling und Mai Tai), um nach 30-40 Minuten und erneutem Nachfragen (wieder hieß es, es wäre gerade so extrem viel los) dann eine Pina Colada zu bekommen. Geschmacklich waren die Cocktails eher durchschnitt.

PS: wie man auf dem Bild sieht…Singapore Sling können sie doch 😉

Lage

Wundervoll, das Meer liegt direkt vor der Nase – und man kann stundenlang am Strand entlang schlendern. Die Ostsee ist erfrischend und lädt zu einem abkühlenden Bad ein.

Von Berlin aus sind wir mit dem Flixbus bis nach Bad Doberan ZOB (4h) und von dort mit dem Taxi (10 min/ 20€) ins Grand Hotel. Von Berlin aus ans Meer zukommen ist schon immer eine kleine Weltreise – leider :-(!

Grand Hotel Heiligendamm
  • Atmosphäre
  • Zimmer
  • Essen
  • Sauberkeit
  • Lage
  • Service
  • Preis/ Leistung
3.6

Kurzfassung

Lage und Location absolut Top – Service leider mega Flop!

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