Allgemein, Deutschland

Tübingen – Ein Besuch am Neckar

8. April 2018

Wieder bringt uns die Bahn an unser nächstes Ziel – Tübingen. Von Göppingen sind es knappe 1,5h mit einmal umsteigen. Der Neckar begleitet uns die ganze Zeit über und immer wieder blitzen Wander-, Rad- und Skatingwege, die am heutigen Ostermontag gut frequentiert sind, neben dem Flusslauf auf.

Gruselkabinett Hauptbahnhof

Eigentlich wie fast jeder Bahnhof ist auch der Tübinger Hauptbahnhof kein Platz an dem man oder Frau lange verweilen möchte. Muss man auch nicht! In weniger als 15 Minuten ist man zu Fuß bereits an einer der schönsten Fluß-Haus-Promenaden, die ich bisher gesehen habe.

Flanieren an der Neckarmauer

An und auf der Neckarmauer herrscht Hochbetrieb. Klar, denn jeder, ob Groß und Klein, nutzt die ersten wärmenden Sonnenstrahlen und hält sein Gesicht in die Sonne. Abgesehen von dem schönen sonnigen Plätzchen, hinterlassen der Blick über den Neckar, die wunderschönen alten Häuser hinter uns und die erblühenden Obstbäume überall ein super entspanntes Urlaubsfeeling.

Sightseeing in Tübingen

Gestärkt geht es nun los – Tübingen will erobert werden. Den Hölderlintum, direkt am Neckarufer, übersehe ich glatt. Er wird gerade renoviert und ist versteckt hinter einem Baugerüst. Dann kraxeln wir weiter die steilen Kopfsteinpflasterstraßen hinauf zur Stiftskirche.

Ausblick von der Stiftskirche

Jedes Haus hier ist ein Kleinod an altertümlicher Architektur. Wow – wie gut das alles erhalten ist. Und von oben sieht man erst wie eng die Häuser gebaut wurden. Vor allem direkt unter uns, am Neckar, sind die Häuser super schmal und eng. Der Aufstieg kostet einen kleinen Obolus von 1 oder 2€ pro Person und ist ein Kinderspiel im Vergleich zum Aufstieg des Münsters in Ulm. Im Dachgeschoß der Kirche geht es einmal von einer Seite auf die andere, und nach einer weiteren kurzen Treppe liegt einem die Stadt dann zu Füßen.

Universität Tübingen – Neue Aula

Wir machen einen kleinen Stop an einem Eiscafe und wollen über den alten botanischen Garten ins Univiertel. Ich bin über die kurzen Entfernungen überrascht. In Nullkommanichts haben wir den botanischen Garten durchquert und stehen vor der Neuen Aula

Zurück geht es wieder durch den Botanischen Garten. Und auch hier tobt das Leben. Es ist immer wieder erstaunlich wie sonnenhungrig und Freiluftliebend die Menschen sind. Der Winter war aber auch lang genug!

Fruchthaus, Marktplatz und Rathaus

Die detaillierten und reichlich verzierten Häuser in den Straßen, auch in den Nebenstraßen, sind wunderschön. Immer wieder denke ich an Szenen aus Mittelalter-Romanen und kann mir hier richtig gut vorstellen, wie das Leben damals wohl so war. Das Highlight auf dem Marktplatz ist, neben den zahlreichen Cafés mit den Plätzen an der Sonne, definitiv das Rathaus. Auch hier ist an der Fassade eine astronomische Uhr angebracht.

Schloß Hohentübingen

Langsam werden die Füße etwas müde und die Kehle durstig. Wir stärken uns mit einem Bier im Frau Hopf, einem Café/ Kneipe, welche auch Livemusik anbietet. Es liegt direkt am Eingang zum Schloß vis á vis dem Mauganeschtle. Eigentlich wollte ich dort unbedingt die für Tübingen bekannten Maultaschen probieren. Aber leider ist das Restaurant am Nachmittag geschlossen.

Tipp: Rückweg von Schloß über die Neckarinsel

Das Schloß besticht durch seinen wunderschönen Ausblick auf die Stadt…und es ist ein Mekka für Museumsbegeisterte. Da das Wetter viel zu schön ist für einen Museumsbesuch, beschränken wir uns auf den tollen Ausblick und finden den Hinterausgang, der uns auf die Schloßbergstraße führt. Von hier aus geht es über eine Treppe direkt runter zur Alleenbrücke – und wir beenden unseren Tübingen Nachmittag mit einem Spaziergang auf der Neckarinsel zurück zum Ausgangspunkt, der Eberhardsbrücke.

Tübingen kulinarisch

Hmmm – ein kleiner Wermutstropfen. Wir entscheiden uns für die Brauerei Neckarmüller, direkt an der Eberhardsbrücke. Leider doch sehr touristisch  – sowohl im Service, als auch bei den Speisen. Die Käsespätzle waren kalt, der Wurstsalat wurde beim ersten Mal vergessen. Meine Maultaschen waren eigentlich ganz lecker – aber da sollten später auf unserer Reise noch viel leckerere kommen.

Herrgottsbescheißerle aka Maultaschen

Unzählige Geschichten und Sagen habe ich in den letzten Tagen gehört. Diese ist aber definitiv eine meiner Lieblingsschichten. Man sagt, dass die Mönche im Kloster von Maulbronn, während der Fastenzeit das Fleisch in den Teigtaschen vor dem lieben Herrgott verstecken wollten. Daher erhielten die Maultaschen den Beinamen „Hergottsbescheißerle“.

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2 Kommentare

  • Antworten Deutschlandjäger 10. April 2018 at 8:35

    Ouh yeah, das gute alte Tübingen. Ist immer einen Besuch wert. Schön, dass du da warst und beim nächsten Mal melde dich gerne, dann gehen wir gemeinsam auf die Jagd.

    Schon schön, dieses Deutschland. Sollte man wirklich mal öfters hinfahren. 🙂

    LG,
    Jan

    • Antworten Janine 10. April 2018 at 19:54

      Lieber Jan,
      Du hast absolut Recht. Und die nächsten Trips sind auch schon in der Planung. 🙂
      Sonnige Grüße Janine

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