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Canary Wharf – London für Fortgeschrittene

26. Januar 2020

Es ist ein wolkenverhangener (typisch britischer) Tag. Da ich dies mal nicht viel Zeit in London habe treibt es mich trotzdem nach draussen.

Bei meinem letzten Besuch habe ich die Must-Sees für London Besucher alle abgehakt. Diese Mal ging es mir darum, mal Hinter die Kulissen zu schauen. Und fragt mich nicht warum, aber irgendwie bin ich dann in Canary Wharf gelandet.

Wie auch bei so vielen Sachen – der Weg ist das Ziel. Und mein Weg führte mich die gut 4,5 km immer entlang der Themse.

St. Katharine’s & Wapping

Eintauchen in die Londoner Docklands

Für diesen gut 1-stündigen (oder vielleicht auch 2-stündigen) Spaziergang startet Ihr auf der Nordseite der Towerbridge (Wapping), Richtung Osten. Ich schätze mal, dass Ihr 80 % des Weges direkt an der Themse entlanglaufen könnt (oh Gott, ich bin richtig schlecht im schätzen), folgt einfach der Ausschilderung „Thames Path“. Zwischendurch werdet Ihr immer wieder für kurze Strecken ins Stadtinnere geleitet, weil einige Gebäude direkt am Fluß erbaut wurden.

Die Blick Richtung City und Tower Bridge sind auch bei grauem Wetter beeindruckend und verleiten immer zu Photostopps – deswegen plant ruhig etwas mehr Zeit ein :-).

Gerade am Anfang verläuft der Weg auf Kopfsteinpflaster und vorbei an bunten Lagerhäusern aus Backstein. Aberdeen Wharf, Pierhead Wharf sind die klingenden Namen, die Euch hier begegnen. Man kann sich gut vorstellen wie im 19. Jahrhundert Tee, Kaffe, Baumwolle, Gewürze etc. aus den entferntesten Ecken der Welt hier andockten und an Flaschenzügen von den Schiffen in die Speicher der Stadt verladen wurden.

Tagsüber ist es ziemlich ruhig und nutzt die Gelegenheit, um auch mal in die tiefen Spalten zwischen den Häusern bis ganz dicht an die Themse zu gelangen.

Limehouse

Wohnen mit Ausblick

An die Hafen- und Speicheratmosphäre schließt sich ein gemütlicher Spaziergang entlang Wohnblocks, mit exquisiter Lage und Ausblick. Vereinzelte Jogger und Spaziergänger kommen mir entgegen – vermutlich verwundert hier einen Touristen zu sehen.

Inzwischen ist die Tower Bridge hinter der letzten Biegung verschwunden. Dafür ragt nun aber das Hochhaus-Ensemble des Canary Wharf imposant vor mir in die Höhe. Drei der höchsten Gebäude in den UK sind hier auf wenigen Quadratmetern angesiedelt – alles Bürogebäude.

Canary Wharf – Finanzdistrikt mit Charme

In Konkurrenz zum viel zentraler und historisch gelegenen Finance District Cit of London, haben sich hier neben den großen Banken und Finanzunternehmen auch bedeutende Medienfirmen niedergelassen, Beratungsunternehmen, Anwaltskanzleien etc.

Ich erreiche Canary Wharf unmittelbar zur Mittagszeit – und nicht nur mein Magen knurrt. Heron Quays ist voll mit Menschen, die sich bei den vielen Lebensmittelketten und Foodtrucks ihr Lunchpaket holen. Leider ist es noch zu kalt und inzwischen hat es auch angefangen zu nieseln, um gemütlich das Sandwich am Kanal oder in einem der (kleinen) Parks (ja, auch die gibt es hier) zu verputzen.

What to do in Canary Wharf?

Das ist eine sehr gute Frage, die ich mir im Vorfeld auch gestellt hatte :-). Nun gut, wenn ihr per Fuß angereist seid, glaubt mir, dann habt ihr gar nicht mehr so viel Elan. Dennoch empfehle ich Euch folgendes:

  • Durch die Fluchten der Gebäudekomplexe spazieren, am Besten mit einem Coffe to Go, und auf den großen Plätzen wie z. B. Heron Quays oder One Canada Place innehalten.
  • Das Museum of London Docklands besuchen (für Museum Fans).
  • Unbedingt den Crossrail Place Roof Garden besuchen und via den sehr futuristisch anmutenden überdachten Verbindungsbrücke zurück zum One Canada Place laufen.
  • Verschnaufen und Batterien aufladen in den Parks.
  • Die vielen kleinen und großen Kunstwerke in den Straßen und auf den Plätzen finden. Es gibt richtig viel hier zu sehen –> hier könnt ihr die Canary Wharf Art Streetmap herunterladen.
  • Shopping – das würde ich eher ans Ende des Ausflugs legen, weil ihr ja die Taschen rumschleppen müsst.
  • Noch mehr Zeit am Ufer der Themse verbringen.

Food-Tipp: Giant Robot

Das Giant Robot ist ein überdachter Streetfoodmarkt mit vielen Sitzmöglichkeiten. Achtung: mega voll um die Mittagszeit, es gibt die Möglichkeit der Sitzplatzreservierung.

Der Markt befindet sich auf der selben Ebene wie der Crossrail Place Roof Garden, sozusagen an dessem Ende (oder Anfang). Also verbindet doch beides einfach miteinander!

Rückwegoptionen ins Zentrum

Mit dem Bus

Wer jetzt nicht geschafft ist und seine Füße mächtig spürt, kann natürlich gern den selben Weg zurück nehmen. Ich tue dies aus zwei Gründen nicht: Erstens gehe ich ungern einen Weg zurück, den ich schon kenne 😉 und zweitens, meine Füße merke ich schon ziemlich doll und müde bin ich auch!

Und mal wieder ist Google Maps mein Retter – Zieladresse eingetippt und wenige Minuten später sitze ich in einem der legendären roten Doppeldeckerbusse. Bezahlt wird bequem mit der Kreditkarte beim Einstieg in den Bus.

Mit der U-Bahn

Die Jubilee-Bahn hält direkt an der Station Canary Wharf.

Die DLR bietet verschiedene Stationen an, die gut liegen: West India Quay, Canary Wharf Station, Heron Quays.

Mit der Fähre

Die Fähre RB 4 bringt Euch direkt vom Canary Wharf Fährterminal direkt über die Themse zum Doubletree Docklands Pier.

RB 1, RB X1 und RB 6 bringen Euch direkt wieder ins Zentrum entweder zum Tower Millenium Pier oder der nächsten Station London Bridge City Pier.

Ich wünsche Euch viel Spaß auf Eurer Entdeckungstour in Canary Wharf. Schreibt mir gern wie es Euch gefallen hat und welche Tipps Ihr noch so habt.

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