Europa, Malta

Die perfekte Woche auf Malta – Reiseempfehlung für 7 Tage

16. Juni 2019

Malta ist nicht groß, Malta liegt im Mittelmeer, Malta ist ein Zockerparadies und einige Szenen aus den ersten Staffeln Game of Thrones wurden hier gedreht. Das war alles – mehr wusste ich, und vermutlich viele von Euch ebenfalls, nicht über Malta.

Da Valetta Start- und Zielhafen unsere Kreuzfahrt durchs westliche Mittelmeer sein sollte, war es dann auch eher Zufall, dass es mich hierher verschlagen hat. Aber was für ein glücklicher Zufall! Malta gehört für mich definitiv zu den schönsten Reiseerlebnissen und Urlaubserinnerungen.

Wieviel Zeit solltet Ihr einplanen

Ich kann ohne zu übertreiben behaupten, dass 7 Tage gerade so reichen um Malta, Gozo und Comino wirklich zu erleben. Anfangs hatten wir die Befürchtung uns auf der kleinen Insel zu langweilen. Aber das Gegenteil war der Fall. Um aktiv zu sein, die Städte zu erleben, baden zu gehen und für ausgedehnte Ausflüge nach Gozo und Comino empfehle ich gute 10 Tage einzuplanen.

Anreise nach Malta

Von Berlin aus fliegt man mit Air Malta direkt in knapp 3h nach Malta. Wir hatten ziemlich früh gebucht und haben für Economy, mit einem Gepäckstück 200€ Hin und zurück p.P. gezahlt. Air Malta serviert keine kostenfreien Getränke und Speisen.

Du landest auf dem Malta International Airport in Luqa. Für den Transfer mit dem Taxi nach Valetta, bzw. Sliema, St. Julians oder 3 Cities plane 20€ ein. Die Taxipreise sind zentral festgelegt – das macht das Ankommen schon mal entspannt. Du kannst auch mit dem sehr gut ausgebauten Busverkehr in die Stadt fahren. Nähere Informationen dazu findest du hier.

Der Flughafen befindet sich im Landesinneren, je nach Verkehr zwischen 20 – 30 Minuten Fahrt mit dem Auto. Unsere Unterkunft hatte uns ein Shuttle für 21€ geschickt. Fragt daher ruhig bei Euren Gastgebern nach dieser Möglichkeit nach.

Übernachten in Malta

Obwohl Malta klein ist, ist es doch empfehlenswert zu schauen wo, als in welcher Stadt man übernachtet. Um Valetta und die 3 Cities zu entdecken auf jeden Fall auch direkt dort schlafen. Für Ausflüge ins Land, z.B. mit dem Hop on Hopp off Bus, Bootsausflügen oder individuell mit dem Auto empfehle ich eher Sliema oder St. Julians. Da ist man schneller aus dem Verkehrschaos raus ;-).

Bei einem längeren Aufenthalt würde ich definitiv auch einen Standortwechsel der Unterkunft empfehlen.

Ich habe alle Unterkünfte über Google Maps gefunden und dann auf den entsprechenden Portalen gebucht. Dank der Rezensionen und Bilder erhält man einen sehr guten und vor allem realistischen Eindruck.

Mietwagen oder ÖPNV?

Malta und seinen Städten droht der absolute Verkehrskollaps. Die Straßen sind eng, es wird einfach drauf losgefahren, Straßenränder gibt es eher selten, wenn Fußgängerwege vorhanden sind, dann sehr schmale. Das Auto ist das vorherrschende Fortbewegungsmittel und ich habe keine Ahnung warum!

Denn das Bussystem in Malta ist sehr gut ausgebaut. Die Busse fahren regelmäßig über Land und verbinden alle entscheidenden Knotenpunkte. Sie halten sogar zentral an „entlegeneren“ Touristenattraktionen wie der Blauen Grotte oder den Dingli Cliffs.

Natürlich dauert es mit dem Linienverkehr etwas länger, aber hat man genug Zeit eingeplant, ist das ja kein Problem. Ausserdem ist der ÖPN super günstig in Malta.

Mit dem Hop on Hop off-Bussen kann man effizient in 2 Tagen (Nord und Südrouten) die Insel abklappern – allerdings mit wenig Zeit zum erkunden vor Ort, viel Verspätung und Wartezeiten auf den nächsten Bus.

Ein Mietwagen ist ebenfalls eine Option. Wer sich in den chaotischen Linksverkehr von Malta droht, hat hier natürlich die absolute Bewegungsfreiheit und kommt dann auch an die entlegensten Orte. Aber selbst da, habe ich herausgefunden, fährt dann doch noch irgendwie ein Bus hin oder man muss weiterfahren, weil man keinen Parkplatz mehr bekommt ;-).

Für unsere „knappen“ 7 Tage haben wir die Hop on-Hop off Variante, den Mietwagen und unsere Füße genutzt. Der Mietwagen hat für 3 Tage 90€ gekostet, zzgl. tanken 5€. Der Tank war nicht mal zu 1/3 geleert.

Gastrotripps für Malta und Gozo

Die maltesische Küche ist sehr inspiriert von der Italienischen. Wenn es nichts mehr auf dieser Welt zu Essen gibt, die Pizza wird man immer noch überall bekommen. Nationalgericht ist das Kaninchen – muss man mögen.

Der maltesische Wein ist auf jeden Fall ein oder mehrer Gläschen wert. Sowohl rot als auch weiß sind sehr lecker.

Preislich gibt es keine großen Unterschiede zu Deutschland. Für 2 Personen kann man zwischen 35 – 110€ rechnen, je nachdem wie üppig das Mahl ausfällt.

Reiseroute für 7 Tage – Malta & Gozo

Tag 1: Ankunft am späten Nachmittag

Wir erreichen uns Unterkunft in St. Julians geg. 16 Uhr. Wir erkunden die Gegend zu Fuß und laufen entlang der wunderschönen Strandpromenade bis nach Sliema zum Hafen und durch die Stadt zurück. Den Abend lassen wir direkt vor der Haustür an der St. Julians Bay ausklingen.

Tag 2: Hop on Hop off Südtour

Es gibt auf Malta zwei Anbieter, die eigentlich die selben Routen fahren: Malta Sightseeing und City Sightseeing Malta. Die Preise sind offiziell jeweils 20€ pro Tour und Person. Am Hafen von Sliema (zentrale Station; einsteigen geht aber auch entlang der Strecke von St. Julian nach Sliema – einfach auf die roten Stände and er Straße achten) wurde uns direkt ein Preis von 17€ angeboten.

Die Busse fahren alle 30 Minuten und sind eigentlich fast immer unpünktlich – von 5 bis 30 Minuten Wartezeit ist alles dabei. Wie immer gilt bei solchen „Massentouri-Angeboten“ – viel Geduld mitbringen. Dennoch bin ich ein Fan dieses Buskonzeptes, weil man sehr effektiv einen Überblick über das Reiseziel bekommt. Was man anschließend draus macht, ist dann jedem selbst überlassen.

Wenn man Zeit hat, oder eben auch nicht, sind die Touren ideal um die komplette Insel mal gesehen zu haben. Je nach persönlicher Startzeit sind 2/3 Stops, je nach Intensität, gut zu schaffen.

Wir haben die Süd-Tour leider erst geh. 12 Uhr vom Sliema Ferry Terminal aus gestartet. Daher wurde nach hinten raus die Zeit etwas knapp. Als Empfehlung würde ich sagen, Startzeit 11 Uhr, 10 Uhr ist optimal. 🙂

Highlights der Südtour:

  • Marsaxlokk
  • Blaue Grotte

Tag 3: Hop on Hop off Nordtour

Im Vergleich zur Südtour gibt es hier etwas mehr zusehen, bzw. lohnendere Stopps, daher meine Empfehlung hier wirklich früh ( 8/ 9 Uhr) zu starten.

Highlights der Nordtour:

  • Mosta Church
  • M’Dina
  • Blaue Grotte – Badesachen mitnehmen!!!

Tag 4: Valetta

Als kleine Orientierungshilfe zum Start ein paar Wort zur geographischen Lage von Valetta. 

Die Stadt liegt an der Westküste Maltas und bildet mit 6 weiteren Städten (Paceville, St. Julian’s und Sliema oberhalb von Valetta; Senglea, Vittoriosa und Cospicua, die sog. 3 Cities, unterhalb von Valetta) eine Art Metropole. 

Alle Städte sind Buchten und mittels Fähre, zu Fuß oder dem ÖPNV ist Valetta in der Regel in bis zu 30 Minuten zu erreichen. Zum Beispiel haben wir die ersten 3 Nächte in St. Julians übernachtet. Von hier aus konnten wir super mit dem Hop on Hop off Bus fahren, im Hilton Hotel den Mietwagen abholen und bis zur Sliema Fähre nach Valetta waren es 30 Minuten entlang der wunderschönen Strandpromenade. Oder 15 Minuten durch die Straßen von Sliema.

Um Valetta zu erkunden, d.h. heißt durch die alten Straßen, beeindruckenden Straßenzüge und Bauwerke zu streifen und die berauschenden Aussichten aufs Meer und die 3 Cities komplett aufzusaugen solltet ihr mind. einen Tag einplanen.

Tag 5: 3 Cities

Mit der kleinen Fähre, die direkt gegenüber vom Barrack Fahrstuhl im Hafen liegt, ist man 12 Minuten später im Herzen der 3 Cities. Die Fähre fährt verkehrt alle 30 Minuten.

Eine tolle Möglichkeit in einem Tag eine guten Überblick über die 3 Cities zu erhalten ist eine Rolling Geek Tour.

Lest hier mehr und detailliert über die oben genannten Highlights. Mit noch mehr Fotos und Tipps.

Tag 6-7: Gozo

Für Gozo solltet Ihr mind. 2 Nächte einplanen, wenn möglich bleibt aber gern länger! Gerade hier kann man sich vom quirligen Malta extrem gut erholen und viel Sonne und Energie tanken.

Gozo bietet ebenfalls viele Möglichkeiten zum wandern, tauchen, baden, Kultur und zum Seele baumeln lassen. Mehr über Gozo erfahrt ihr hier.

Auf dem Weg nach Gozo oder wieder zurück könnt ihr z.B. noch Stopps einlegen:

  • Dingli Cliffs,
  • Golden Bay, Riviera Bay oder Gnejna Bay,
  • Popeye Village, etc.

Die Fähre von Malta nach Gozo verkehrt regelmäßig und in kurzen Abständen zwischen den beiden Inseln – bis in die Nacht hinein. Bezahlt wird bei der Rückfahrt von Gozo. Für ein Auto und 2 Personen hat das um die 20€ gekostet.

Zu wenig Historie und Steine?

Zugegeben, wir sind nicht so die Archäologen und Museumsgänger, vor allem nicht wenn draußen die Sonne scheint 😉 Dennoch gibt es auf Malta die ältesten Tempelanlagen, z.B. Hal Saflieni Hypogeum. Im Rahmen der Hop on-Hop off Touren, werden diese Sehenswürdigkeiten angefahren und können besichtigt werden. 

Mit dem Boot nach Comino

Die angebotenen Bootsausflüge nach Comino haben uns nicht überzeugt. Nach einigem Überlegen haben wir uns am Ende ganz gegen eine Bootstour auf die Insel entschieden. Die Touren mit SupremeTravel, Hera Cruises und Captain Morgan sind nicht nur mäßig bewertet, sondern fahren auch alle die selbe Stelle auf Comino an, die blaue Lagune. Mit entspannt genießen is da nicht mehr viel.

Tipp: Von einer unserer Unterkünfte haben wir die Empfehlung für Barbarossa Excursions erhalten. Ist teurer, dafür entspannter und exklusiver. Schaut’s Euch mal an. Soweit ich weiß, wird das aber nicht täglich angeboten.

So, das ist mein (fast) perfekter Urlaubsplan für Malta. Fast? Naja, 1-2 Tage haben mir am Ende heraus noch gefehlt. 😉

Was denkt Ihr – zu kurz? Zu lang? Genau Richtig? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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1 Kommentar

  • Antworten Tamara 20. Juni 2019 at 9:37

    Das sind wirklich tolle Tipps über Malta!
    Städtetrips, und darunter auch Malta, stehen schon seit längerem auf unserer Travel-Liste, doch bislang haben wir das nicht hinbekommen. Uns hat seit etwa 2 Jahren das „Berg-Fiber“ gepackt und haben schon mit unseren beiden Kindern schöne Urlaubstage im sonnigen Südtirol (https://www.feldhof.com/) verbracht! Wir freuen uns aber schon, schöne Städte zu erkunden.

    Danke für die Tipps!

    Tamara

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