Allgemein, Asien, Philippinen

Das Beste kommt zum Schluß!

25. Juli 2016

So, Paradies – hier bin ich. Nun zeig Dich aber auch von Deiner schönsten Seite!

Es regnete nicht als ich in Puerto Princessa aus dem Flughafengebäude stolperte. Das war ja schon mal ein annehmbarer Anfang. Die Sonne ging gerade unter und tauchte die Umgebung in ein warmes Licht, was sich zusätzlich wohlwollend auf meine Stimmung auswirkte. Ich hatte einen Tipp für eine günstige und gute Unterkunft bekommen, hoffentlich war diese Beurteilung nicht zu subjektiv ;-), und wollte die paar Meter, die Google Maps mir anzeigte frohgemutes zu Fuß laufen. Hatte ich schon erwähnt, das Google Maps auf den Philippinen nicht zu 1000% funktioniert? Ich will ja nicht schon wieder meckern, ABER….egal, die Unterkunft war jedenfalls NICHT da, wo sie laut Google sein sollte. Aus den Tiefen des Rucksackes kramte ich den Reiseführer hervor und versuchte Google Maps und die Karte im eBook manuell aufeinander abzustimmen. Mit dem Ergebnis, dass die Unterkunft da auch nicht war. Oh je, es wurde dunkel, ich war mitten in einem Wohnviertel und von Gästehäusern weit und breit nichts zu sehen, abgesehen davon wurde mein Gepäck langsam aber sicher richtig schwer. In einem kleinen Kiosk bekam ich eine vage Skizze in die Hand gedrückt und den gut gemeinten Hinweis, dass ein TukTuk eventuell besser wäre. Ich alter Sparfuchs hätte das gleich machen sollen, aber ich dachte ja, ich kann die 1,50€ sparen. Trottel ich! Als ich nach zwei, drei weiteren Ecken endlich ein TukTuk fand, meinte der Fahrer, dass sich der Weg nicht mehr lohnen würde. Um die nächste Ecke, da wäre mein Ziel schon. Ich schleppte mich buchstäblich um diese nächste Ecke, sah am Horizont das Schild und kam mit feuerrotem Kopf und total durchgeschwitzt endlich an. Trotzdem war ich noch in der Lage, dass Zimmer um 1€ nach unten zu handeln ;-), ansonsten war nicht mehr viel los. Minivan für den nächsten Tag gebucht, Essen fassen und ab ins Bett.

Was pochte denn da so penetrant? Mensch, meine Träume werden irgendwie auch immer realer…dachte ich bei mir, als ich so langsam wach wurde. Der Wecker hatte schon geklingelt, als ich merkte, dass das Pochen sehr real war, nämlich an meiner Zimmertür! Hä? Wer? Wie? Was? Warum? Ich stolperte zur Tür, wo man mir mitteilte, dass der Minivan auf mich warten würde. Aber…wieso…Abfahrt war doch für 8.30Uhr und jetzt ist es gerade mal 7.30Uhr? Egal, der Van stand da, ich stand, alles andere als reisefertig, im Zimmer…netterweise wurde arrangiert, dass der Van noch eine Runde um den Blick fuhr und ich hatte Gelegenheit in 30 Minuten reisefertig zu sein. Mir tat das soooo leid, aber die Dame an der Rezeption hatte wirklich „half past eight“ gesagt, das ist doch halb 9 ist, oder? Die weiteren Reiseteilnehmer, allesamt Filippinos, waren sehr nett und verständnisvoll. Nicht vorzustellen was ich mir in einem deutschen Minivan hätte anhören müssen, wenn der überhaupt wiedergekommen wäre. Und dann gab es sogar noch ein Upgrade. Ich durfte auf den Beifahrersitz und profitierte damit von ungeahnter Beinfreiheit, uneingeschränkter, fantastischer Sicht auf die Landschaft und sowohl die Kurven, als auch Buckelpisten gingen so gut wie spurlos an mir vorbei. Ich war selig…wie schon gesagt, die gut 5-stündige Fahrt war eine der reizvollsten Busreisen, die ich jeh erlebt habe. Auf halber Strecke machten wir Pause an einem Ort, da kann nicht mal die Monkey Bar in Berlin mmithalten ;-). Die Landschaft von Palawan ist wunderschön und damit wird die Insel nicht zu unrecht als eine der Schönsten, wenn nicht sogar als die Schönste, der Philippinen bezeichnet. Im übrigen merke ich mir das mit dem vorne sitzen, einer der Vorteile wenn man alleine reist.

El Nido ist Dreh- und Angelpunkt im nördlichen Palawan und wer jetzt denkt es handelt sich hierbei um eine hochglanz Ortschaft mit Yachthafen, Pier, Boutiquen und Sternehotels liegt völlig falsch. Das wird in ein paar Jahren sicherlich anders aussehen. Auf relativ wenigen km wimmelt es von Mittelklasse Hotels, Gästehäusern, Minishops, Tauchschulen und Touranbietern, aber alles ist basic, einfach und pragmatisch aus dem Boden gestampft.

Leider trifft das nicht ganz so für die Preise zu, hier muss man ganz schön suchen, um etwas günstiges zu finden oder richtig gut im Feilschen sein. Ich ging den goldenen Mittelweg. Für den Anfang ein schickes, modernes Hostel (trotz Mehrbettzimmer fast 20€ die Nacht, das ist für mein Reisebudget schon das Ende der Fahnenstange), um anzukommen, das Einleben einfacher und so angenehm wie möglich zu gestalten, und für die restlichen 3 Nächte dann günstig, mit Blick mal nichts aufs Meer, sondern auf den gigantischen Karstberg, eine der natürlichen Grenzen El Nidos. Nun müsst ihr aber nicht denken, dass ich ab sofort für den Rest meines Aufenthaltes faul am Strand lag. DEN gab es nämlich direkt vor der Haustür NICHT. Was für eine Überraschung! Nun ja, ich war vorbereitet und konnte es verschmerzen.

Den ersten Tag ging es aufs Boot, zum Inselhopping und schnorcheln. Und denkt Euch was ich dabei gefunden habe. Die traumhaften Postkartenstrände -doof nur, dass man die „nur“ auf einer Tagestour, für max. ne Stunde zu Gesicht bekommt. Der Tag war wunderschön. Hier kam wieder alles zusammen, was ich brauche um glücklich zu sein. Meer, Sonne, Strand, ein Boot, planschen. Ich habe es viel mehr genossen, mich in dem glasklaren Wasser zu aalen, als mit Maske und Schnorchel auf die Jagd nach Fischen und Korallen zu gehen. Zumal ich ehrlich sagen muss, dass die Korallen eher enttäuschend waren. Ich weiß auch nicht recht, entweder ist alles schon so krass abgestorben oder ich war zur falschen Zeit am falschen Ort. Die bisher schönsten Korallenriffe habe ich in Thailand, vor Koh Tao gesehen, das ist nun aber auch schon fast 10 Jahre her. Auf meinem Inselhopping war ich leider nicht allein – also abgesehen von den Personen, die mit mir auf dem Boot waren, wimmelte es in den Lagunen, die wir ansteuerten nur so von großen und kleinen Schiffen. Und als Schwimmer musste man/ ich aufpassen, nicht ein Paddel auf den Kopf zu kriegen, oder ein wildgewordenes Partytouristenkayak zu kreuzen. Man o Man – ist es das Alter oder die zunehmende Weisheit? Wie kann man so eine herrliche Natur, so ein unglaubliches Geschenk an die Menschheit, so herunterwirtschaften und so wenig schützen. Es kann einem in der Seele weh tun.

Tag zwei verbrachte ich dann fern jeglichen Touristenrummels am Duelli Beach, gaaaaaanz allein, nur ich!!! Mit dem Scooter brauchte ich ca. 45 Min. Nachdem ich die Fahrbahn verlassen hatte, ging es noch eine gutes Stück über Stock und Stein und plötzlich lag er vor mir…..der Strand, das Wasser, der Horizont. Hatte ich schon erwähnt, dass ich allein an diesem Ort war?! 🙂 Da das alles zu schön gewesen wäre, um wahr zu sein, gibt es doch noch einen kleinen Wermutstropfen. Sandfliegen – schon mal davon gehört? Diese kleinen Viecher fallen über dich her, wenn Du glücklich und träumend am Strand liegst, und nichts böses ahnst. Dabei sind die fiesen, und wirklich übel juckenden Stiche nicht mal das Schlimmste. Angeblich sollen die Viecher ihre Eier unter der Haut ablegen. Gut, auch darauf war ich vorbereitet und nachdem ich tatsächlich eine Weile überlegt hatte was zuerst aufzutragen ist, Sonnenmilch Mückenschutz oder Mückenschutz Sonnenmilch (?), habe ich diesen Tag ganz gut überstanden. IMG_6179Ich wollte mein Glück mit den Sandfliegen nicht all zu sehr herausfordern und entschied mich am nächsten Tag für eine Überlandfahrt mit dem Scooter. Es gibt eigentlich nur zwei Straßen im Norden der Insel. Die Hauptstraße, welche nach El Nido führt, läuft einmal um die ganze Insel herum. Eine zweite Straße durchquert Landesinnere. Daraus ergibt sich eine schöne Rundstraße und Tagestour – dachte ich. Die Straße durchs Landesinnere ist eigentlich als Hauptstraße gekennzeichnet – hmm, nun gut, ich meine zu behaupten, dass ich nach diesem Tag relativ sicher unterwegs bin auf Schotter-, Schlamm- und Kieseloberflächen. Von Straßen möchte ich in diesem Zusammenhang nicht sprechen. Wenn ich zwischendurch Zeit hatte auf die Landschaft zu achten, so war diese natürlich wunderschön ;-). Da ich mich nicht in Strandnähe aufhielt, hatte ich das Mückenspray zu Hause gelassen – FEHLER, wie sich am nächsten Tag herausstellte. Ich weiß nicht wo, ich weiß nicht wann und ich weiß nicht wie….aber auf dieser Tour muss ich ein hervorragendes Buffett für Mücken UND Sandfliegen abgegeben haben. Und ich bin wirklich nicht zimperlich was Mückenstiche angeht – aber die Stiche von den Sandfliegen. Oh mein Gott  – die jucken so krass. Bleibt nur zu hoffen, dass es beim Jucken bleibt und ich nicht noch blinde Passagiere mit an Board habe.

Die letzten Tage und Stunden auf den Philippinen waren dann der absolute, und lang ersehnte, Höhepunkt. Wieder durch eine Empfehlung hat es mich auf die Insel Cacnipa, 45 Minuten mit dem Schiff von Port Barton aus, verschlagen. Auf dieser Insel gibt es nur ein Resort „Coconut Garden Island“ – und entsprechend leben dort auch nur die Besitzer, ein paar Angestellte und die wenigen Urlauber. Zwei Tage faulenzen, sonnen, aufs Meer hinaus starren, lesen, planschen und dankbar sein für das Leben und die Möglichkeiten die ich habe. Ein Happy End für die schwierige Beziehung zwischen den Philippinen und mir!

Das komplette Fotoalbum findet ihr wie immer hier.

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2 Kommentare

  • Antworten Dennis 25. Juli 2016 at 20:46

    Die Bilder sehen wirklich sehr versöhnlich aus. Augen zu und dabei sein, aber dann kann ich leider nicht weiterlesen.;-)

    In Singapour musst du hoffentlich nicht mehr so viel Stiche behandeln und schreibst fleißig weiter. Ich freue mich drauf. 🙂

  • Antworten Gönül 27. Juli 2016 at 23:14

    Hallo Janine, es ist der Wahnsinn wie du das alleine machst👍
    Bin begeistert! Es macht mir Spaß dein Blog zu lesen😃 Die Bilder sehen richtig toll aus!!!
    Weiter so👌

    Liebe Grüße
    Gönül

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