Allgemein, Peru

Peru – Großstadtdschungel, Wüstensand und in hohen Lüften

24. November 2016

Hallo Lima, du schöne Stadt am Meer

Nach dem kleinen Ausflug an unsere körperlichen Grenzen und in die majestätischen Anden Perus ging es jetzt für Antje und mich wieder in bekanntere Gefilde – der Großstadtdschungel Lima erwartete uns. Nachdem Antje sich ein paar Tage in Mancora am Strand (von mir ;-)) erholt hat, trafen wir uns wie auch schon in La Paz zuerst einmal zu einem ausgiebigen Frühstück.

Kleine Reparaturen an meiner Technik

Ich war bereits einen Tag zuvor angereist und erledigte so ein paar kleine, überlebensnotwendige, Dinge wie z.B. die Reparatur von Handy und Kamera. Ich und technische Gadgets – eine never-ending Story. Die Kamera musste nun schon zum zweiten Mal in die Reparatur (zugegebenermaßen aus eigenem Verschulden), mein Handy hat eine neue Batterie und ein neues Display, meine, erst vor 3 Monaten auf Bali erworbene, wasserdichte Uhr hält das Wasser nicht ab, sondern innen drin und meine Fake Go Pro ist …nun ja…reden wir nicht drüber. Aber so lange es nur materielle Dinge betrifft und ich mich bester Gesundheit erfreue ist alles halb so schlimm!

Hohe Politprominez und ein Feuer erschweren das Sightseeing

Lima begrüsste uns mit fantastischen Wetter und so erkundeten wir zu Fuß die echt weitläufige Stadt. An diesem Wochenende befinden sich ca. 20 hochrangige Staatsoberhäupter, darunter auch Obama, direkt aus Berlin angereist, sowie Putin, mein spezieller Freund, der neu gewählte Präsident der Philippinen Duterte, und weitere Präsidenten aus Asien und Südamerika in der Stadt, um über das transatlantische Wirtschaftsabkommen TPP zu verhandeln – aus welchem Trump ja in wenigen Wochen direkt austreten möchte.

Dazu kam noch ein Brand in der bekannten Shoppingmall Lacomar, direkt am Meer und vor Obamas Hotel, welcher 4 Menschenleben gekostet hat. Ausser unserem Besuch, war also allerhand los in der Stadt ;-/. Da Shopping ausfiel…blieb uns noch Sightseeing.

Miraflores und San Isidro

Die bei Touristen beliebten Stadtteile Miraflores und San Isidro liegen wunderschön am Meer, bzw. auf den meterhohen Sandklippen. Da fragt man sich schon wie lang diese Klippen das Häusermeer und die Menschenflut noch tragen werden. Unter den Klippen kommt die Stadtautobahn und dann direkt der Strand und Meer, in dem Surfer versuchen die zugegeben kleinen Wellen zu reiten.

Altstadt Limas liegt etwas abseits

Der historische Stadtteil liegt 2-3h (!) zu Fuß Richtung Landesinnere. Wir haben die Strecke in 4 Stunden gemeistert, mit einer ausgiebigen Starbucks- und Hotelpause. Die wunderschönen Barock- und Kolonialbauten die uns erwarteten waren die Anstrengung auf alle Fälle wert, auch wenn wir vor Ort erfahren haben, dass alles nicht viel älter als 100/ 200 Jahre ist. Soviel also zum „historischen“ Stadtkern.

Wenn das Hostelleben mal so richtig nervt

Von meiner Unterkunft im 10-Bettzimmer war ich diesmal so richtig angenervt. Den Megaschnarcher hat es nicht mal gestörrt, als ich ihm ein Kissen an den Kopf warf. Vermutlich hat er sich noch gefreut, dass er sein schnarchendes Organ noch weicher betten konnte. Und so nahm ich Antjes Vorschlag, in Ihrer upgegradeten Hotelsuite für die letzte gemeinsame Nacht einzuziehen, dankbar an.

Dort angekommen warf ich mich erstmal in den Hotelbademantel und die Hotelschluppen. Wie ein kleines Kind freute ich mich, erkundete die Suite und schnupperte aufgeregt an den Toilettenartikeln, mit denen ich mich gleich in dem riesigen Bad verwöhnen würde.

Auf der Suche nach einem passenden Restaurant für unseren letzten Abend sielten wir uns ausgiebig in dem großen, weichen, mit weißen Bettlaken bezogenen Bett. Ach, Antje hat mich für den Rest der Reise ganz schön verdorben ;-). Zurück zu low budget wird definitiv eine Herausforderung.

Taxi fahren so günstig wie nirgends sonst

So gut es für Backpacker ging, warfen wir uns in Schale und machten uns auf den Weg zum Restaurant. Habe ich schon erwähnt, dass Taxi fahren in Bolivien und Peru eine wahre Freude ist? Es ist sooo günstig, dass wir in Cusco schon dachten, demnächst zahlen sie uns Geld, das wir mitfahren.

Was soll ich sagen, der letzte Abend war wie die ganzen letzten Tage ein Fest der Sinne – wir schmausten wie die Götter in Frankreich, schnatterten und gackerten wie die schlimmsten „Gossenweiber“! Der obligatorische Pisco Sour fehlte natürlich auch nicht und gegen 3 Uhr betteten wir unsere beseelten Häupter in die weichen Hotelkissen.

Nicht verpassen: Costa Verde und Parque del Amor

Etwas unsanft wurden wir am nächsten Morgen von der russischen Delegation aus dem Schlaf gerissen…die letzten Stunden vor Antjes Heimflug liefen wir noch einmal durch Lima, diesmal der Costa Verde entlang, einem noch gar nicht so alten wunderschön angelegten Spazierweg entlang der Klippen. Rechts das Meer, links die elitären Wohnblöcke mit Blick aufs Meer, und landeten im Stadteil Barranco und im Sofacafé. Wieder ein kleines Stück Berlin in der Ferne gefunden.

Auf dem Rückweg machten wir noch einmal Halt im berühmten Parque del Amor, welcher unschwer zu erkennen ist an der riesigen Statue der „sich Umarmenden“, an den in Mosaiken eingelassen Liebeszitaten berühmter Dichter und Denker und natürlich an den Liebespaaren und Familien, die sich vor allem zum Sonnenuntergang an diesem lieblichen Ort treffen. Und wir – jetzt war es Zeit für den Abschied!

Antje in dem Taxi wegfahren zu sehen war schon nicht einfach – da fuhr nicht nur meine amüsante Reisebegleitung der letzten Tage davon, auch ein Stück Heimat wurde mir wieder entrissen. Der Gedanke und Wunsch doch endlich wieder nach Hause zu kommen war zu keiner Zeit größer!

Nachdem ich noch ein paar Minuten gedankenversunken im Parque del Amor verbrachte riss ich mich wieder zusammen…aufstehen, Krönchen, in meinem Fall wohl eher Rucksack, richten und weiter gehts. So viele Erlebnisse und Abenteuer warten noch auf mich. Da kann zu Hause auch noch etwas auf mich warten.

Huacachina – eine Wüstenoase wie im Traum

Und wer hätte gedacht, dass das nächste Highlight nur 4 Stunden Busfahrt entfernt ist. Dank des Tipps eines Freundes machte ich mich am nächsten Tag nach Ica. Es ging noch einmal zurück in den Süden und die Gegend wurde zunehmend karger und wüstenähnlich. Von Ica aus ging es mit dem Taxi ins nur wenige Minuten entfernte Huacachina – eine Wüstenoase. Und damit meine ich wirklich Wüstenoase.

Arabisches Wüstenfeeling mitten in Südamerika

Umgeben von riesigen Sanddünen liegt ein Minieldorado für einheimische und internationale Touristen. Es war herrlich warm, ich hatte eine Unterkunft in einem Zeltcamp, allerdings mit richtigem Bett und sehr sauberen und gut ausgestatteten Bädern und Pool!!!! Mein deutsches Ökoherz sollte nicht zum letzten Mal bluten, bei dem Gedanken hier mitten in der Wüste einen Pool vorzufinden. Aber heute wollte ich mich nur noch entspannen – glücklicherweise war gerade Happy Hour.

Zwei Maracuja Sour bitte! So lag ich am Pool, blickte auf die Sanddüne direkt vor mir, genoß den Sonnenuntergang und wurde allmählich aber sicher sehr, sehr angeheitert. Lo Mismo por favor – wenn schon betrunken, dann richtig. Wie kann das Leben gleichzeitig so schön und dennoch so sch…. sein.

Ich fühlte mich einsam, stellte mir zum x-ten Mal die Frage nach dem Sinn des Lebens und giggelte doch fröhlich vor mich her, angesichts der kaum in Worte zu fassenden schönen Umgebung hier. Gott sei Dank hatte ich Betti am Telefon – die sich geduldig meine lallenden Gedanken zum Leben und so anhörte. Gegen 20 Uhr war ich betrunken genug und es war Zeit fürs Bett :-).

Am nächsten Morgen wachte ich auf, erwartete einen furchtbaren Kater und war positiv überrascht – nichts, mir ging es super! Verdammt gutes Zeug 🙂 Also raus aus dem Zelt, die Sonne brennt, Frühstück am Pool und absolut nichts tun! Herrlich, endlich wieder die Hitze auf der Haut spüren, ich konnte förmlich dabei zusehen wie meine Haut wieder Pigmente aufnahm. Ein, zwei Runden im Pool abkühlen und dann wieder auf die Sonnenliege.

Was macht man in Huacachina – Sandboarden und Buggy fahren

Am späten Nachmittag doch noch etwas Abwechslung und Action – Sandboarding und Buggy fahren in den endlosen Dünen. Man, ich hatte je keine Ahnung wieviel Spaß das macht. Und vor allem, dass die Sanddüne hinter meiner Unterkunft erst der Anfang sind.

Vor mir erstreckte sich eine echte Wüste! Meine erste Wüste! Und wenn nicht das Buggyfahren schon ein Hit war, das Sandboarding war es auf jeden Fall. Auf den einfachen Boards, die Profis hatten sich natürlich das entsprechende Equipment ausgeliehen, ging es bäuchlings die Dünen runter. Und natürlich durfte der obligatorische Sonnenuntergang nicht fehlen. What a beautiful day!img_7785

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Kann man machen, muss man aber nicht – die weltberühmten Nazca-Linien aus der Luft sehen

Keine Ahnung warum, aber aus irgendeinem, mir in keinster Weise mehr nachvollziehbaren, Grund hatte ich mir in den Kopf gesetzt, die berühmten Nazca-Linien ansehen zu wollen. Vermutlich aus dem Gefühl heraus viel zu wenig Zeit in Peru verbacht zu habe.

Hätte ja auch noch entspannt einen Tag am Pool abhängen können…ts,ts,ts. Also ging es am nächsten Morgen wieder rein in den Bus, 2h später in Nazca raus und 1h später saßen ich und 4 andere Touristen in der Cessna, bereit zum Abflug. Bereits am Busbahnhof gibt es Reiseagenturen bei denen man einen Flug über die Nazca-Linien buchen kann. Unkompliziert kann man aus verschiedenen Maschinengrößen auswählen. Je größer die Maschine, um so weiter weg, also höher in der Luft ist man, und das Erkennen der Linien wird immer schwieriger.

Was sieht man eigentlich bei den Naszca-Linien?

Bei den Nazca-Linien handelt es sich um mehrere hundert Meter große, in den Wüstenboden „gezeichnete“ Figuren und geometrische Formen. Aufgrund der riesigen Größe sind die Figuren in ihrer Gänze nur aus weiter Ferne wirklich gut erkennbar – und das bedeutet also fliegen.

Erst 1924 entdeckt, legen die letzten archäologischen Untersuchungen von 2004-2009 nah, dass es sich bei den Figuren um Gestaltungen im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen aus der Zeit 600-800 v.Ch. handelt. An dieser Stelle ein Dankeschön an Wikipedia ;-).

Der Flug war wie nicht anders zu erwarten etwas ruckelig…und obwohl wir 35-40 Minuten in der Luft waren, verging die Zeit…nun…wie im Flug. Die Figuren…gut…ich hatte sie mir spektakulärer vorgestellt. Und es gehört bei einigen schon etwas (viel) Phantasie dazu, um zu erkennen was oder wer gemeint ist. Für die etwas Phantasieloseren unter Euch findet ihr die Auflösung diesmal direkt unter den Bildern ;-). Im Übrigen ging dieser Flug dann auch an mir nicht spurlos vorüber.

TIPP – Nicht den Stempel im Reisepass vergessen!

Wieder auf sicherem Boden bekam ich noch einen Stempel in den Pass :-), mein absolutes Lieblingsbuch inzwischen, und saß in null komma nix im Bus zurück nach Lima. Noch ein letzter Tag in dieser wirklich schönen Hauptstadt und dann heißt es auch für mich Saludos Peru! Next Stop Ecuador.

Peru-Fotoalbum

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3 Kommentare

  • Antworten utalaw 24. November 2016 at 7:18

    Ich glaub das jetzt gar nicht… ich dachte beim Lesen gerade mehrmals “ jup, genauso, genausooooo“ – habe ja nun in den letzten Jahren auch viele Allein-Reisen unternommen… immer dieses „fluchschimpfkotz“ weil… naja einsam, alles alleine organisieren und dabei aufs Geld achten – und gleichzeitig dieses „ist das genial, mir gehts sooo gut, ich bin frei wie ein Vogel“ – naja und das „so viel wie möglich Abenteuer/Spaß/Sightseeing und noch Erholung in einen Tag quetschen zu wollen“ kommt mir auch… naja du weißt was ich sagen will 😉

  • Antworten Bee 24. November 2016 at 19:01

    Mit Dir giggelnd und lallend übers Leben zu philosophieren – unbezahlbar!

  • Antworten Mareike 30. November 2016 at 15:45

    danke für den schönen Artikel! Gute Reise noch und herzliche Grüße von den Galapagosinseln 😊

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