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Gärtnerei – Mitte, Berlin

19. September 2018

It’s Foodweek! Yeah! Für alle Foodisten und Möchte-Gern-Gastro-Blogger 😉 ein Termin, der in keinem Kalender fehlen darf! Ähm, ja, also – ich muss gestehen, dass ich eher zufällig drauf gekommen bin.

Das diesjährige Motto der Foodweek „Roast Trip“ lässt schon mal alle Fleischliebhaber hoffen – und zurecht. In den ca. 70 teilnehmenden Restaurants werden Köstlichkeiten rund um das liebste Vieh aus dem Länderpartner USA kredenzt. Fast jeder Kiez ist mit mindestens einem Restaurant vertreten. Ich habe mich für die Gärtnerei entschieden – ein verlockendes Menü zu einem fairen Preis in szeniger Lage – das will ich testen!

Atmosphäre

Die Torstraße ist die buchstäbliche Verkehrshölle – und sie ist eine der Straßen mit gefühlt den meisten (Szene-)Bars und Restaurants in Mitte. Von weitem weist einem bereits das grüne Neonschild den Weg in die Gärtnerei. Und dort angekommen bin ich überwältigt von der Dekoration und dem Ambiente.

Es ist blumig und grün! Zuviel grün für den Inhaber, deswegen sollen die Räume demnächst einen neuen Anstrich bekommen. Ich finde es super passend und stimmig – und ganz verzückt bin ich über die Blumentrasse an der Decke und zu meinen Füßen.

Wir haben uns für einen Tisch am bodengroßen, geöffneten Fenster entschieden. Gefühlt sitzen wir draußen, aber weit ab vom Straßen- und Alltagslärm der quirligen Torstraße.

Ansonsten ist die Einrichtung klassisch schick – weiße Tischdecken, einheitliche grüne Polstersessel (sogar auf dem Fußgängerweg), geschmackvoll und modern. Große Leuchter sorgen für einen Hauch Extravaganz.

Essen & Trinken

Zur Foodweek wird ein 4-Gang-Menü zum Preis von 49,-€, exkl. Getränke, angeboten. Es klingt super verlockend und so brauchen wir nicht lange um uns zu entscheiden.

Als Einstieg gibt es einen Bramble – der nicht nur unfassbar gut angerichtet ist, sondern auch noch super lecker schmeckt.

Gruß aus der Küche

Einfach, aber lecker: noch leicht warmes Brot mit einer Chili-(Leber)Wurst-Pastete. Wird ja eh fleischig heut Abend –> sorry Vegetarier 😉

Vorspeise – US prime Roast Beef

Unglaublich zart lacht es uns vom Teller an. Gebettet auf einer Ingwer -Sauce ist das krosse Roast Beef nicht nur eine Augenweide. Jeder Biss ein Gedicht. Auch die Enokipilze sind mal etwas anderes. Die Créme aus Jalapenos ist für meinen Geschmack zu bitter und hätte nicht sein müssen. Die Kombination mit dem Ingwer und Roast Beef ist ein Fest für die Sinne.

Zwischengang – Waldorfsalat

Etwas Angst hatte ich vor diesem Gang. Wie soll sich denn bitte ein schnöder Waldorfsalat in dieses außergewöhnliche Menü einreihen? Aber ich wurde sowas von (positiv) überrascht! Eine Sellerieknolle schwamm in einem Elstar-Apfelsee, umgeben von Sellerie-Spänen und bedeckt mit Walnuss-Crumble. Toll angerichtet und eine außergewöhnliche Gaumenfreude.

Hauptgang – US prime Brisket

Den großen Auftritt hatte die Rinderbrust, die wie es sich gehört, in einer extra dunklen und sehr geschmacksintensiven Jus serviert wurde. Als Begleitung, typisch amerikanisch, Mais in drei Varianten: als Popcorn, Stange und gekocht. Und natürlich auch typisch USA, mashed potatoes. Was soll ich sagen – das Fleisch unglaublich zart, das Popcorn ein toller Kontrast, das Maisgemüse harmonierte geschmacklich super zu der Jus. Wer ein Haar finden will – der findet immer eines. So wie ich, der die Soße zu intensiv war – aber ehrlich Leute, das war schon großes Küchenkino.

Dessert -Purple Cake

Und das Beste kommt dann doch erst noch am Schluß. Petersiliensorbet!!!!! Seit dem Fenchelsorbet im Schloss Reichenow schrecke ich ja bekanntlich vor gar nichts mehr zurück :-). Und Mut wird belohnt. Erfrischend, mit einem Hauch Süße, ein bekannter Geschmack, aber nicht zu aufdringlich. Das Törtchen für die Kohlenhydrate und die Blaubeeren, Cassismuss und weiße Schokoladen-/ Sauerteigbrösel – perfekter hätte man dieses Menü nicht abrunden können! Applaus, Applaus!!!

Getränke

Von dem Aperitif habe ich ja schon geschwärmt. Bei den Weinen haben wir uns auf die Empfehlung verlassen und dem Essen angepasst sowohl den kalifornischen Weiß- als auch Rotwein probiert. Der Rote passte wie angegossen zu Hauptspeise und Dessert. Und natürlich zum Abschluss Himbeergeist für den Herrn und einen Cappuccino für die Dame ;-).

Service

Wir hatten einen Tisch zu 19 Uhr reserviert und waren, neben einem weiteren Paar, die einzigen Gäste. Ab 20 Uhr wurde es voller, vor allem draußen war schon bald kein Platz mehr zu haben. Dann kam noch eine kleinere Gruppe hinzu und in weniger als 30 Minuten hatte die einzige Servicekraft richtig gut zu tun. Und hat dies immer mit einem Lächeln getan. Das der ganze Laden von einer Person im Service geschmissen wurde hat man nie gemerkt. In Punkto Service und Freundlichkeit auch hier TOP-Bewertung!

Anfahrt

Torstr. 179, 10115 Berlin

Bus 142 Tucholskystr.

S-Bahn Hackeschermarkt, dann ca. 15 min Fußweg

Gärtnerei
  • Atmosphäre
  • Geschmack
  • Service
  • Preis/ Leistung
4.9

Essen mit Genuss und Stil

Eine absolute Empfehlung auf der eh schon kulinarisch gut ausgestatteten Torstr. Unbedingt mal probieren!

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1 Kommentar

  • Antworten Katrin 20. September 2018 at 7:35

    Beim nächsten Mal bin ich dabei. Toller Bericht 👍👍👍

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